FRANKFURT (dpa-AFX) - Gestützt auf freundliche Vorgaben aus den USA dürfte der
Dax (
DAX) am Donnerstag zur Erholung ansetzen. Nach einem schwachen Handelsschluss in Deutschland und den Vereinigten Staaten am Vortag tendierte der Future auf den US-Leitindex
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) wieder fester. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex (
DAX) stand gegen 8.05 Uhr bei 5.792 Punkten und damit 0,36 Prozent höher im Vergleich zum Xetra-Schluss am Mittwoch. In Asien konnten sich die Indizes ebenfalls von ihren Tagestiefs absetzen.
Weiterhin rechnen Börsianer mit sehr dünnen Umsätzen am Aktienmarkt. Dadurch könnten sich erneut eher Zufallskurse als eine klare positive Richtung herauskristallisieren, zumal es Sorgen vor weiteren anstehenden Platzierungen von Staatsanleihen an diesem Tag gebe, hieß es.
EURO-ENTWICKLUNG WEITER IM FOKUS
Die Euro-Entwicklung wird ebenfalls weiter im Fokus stehen, nachdem die Gemeinschaftswährung tags zuvor zum US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Januar eingebrochen war und auch den Dax mit in die Tiefe gerissen hatte. Einem neuerlichen Tief im asiatischen Handel folgte zuletzt eine leichte Stabilisierung. Analyst Chris Weston von IG Markets machte für die Bewegung nur teilweise die immens hohen Bankeinlagen bei der EZB mit ihrem Signal für Misstrauen der Kreditinstitute untereinander verantwortlich. Er erinnerte vor allem daran, dass am Vortag für US-Unternehmen die letzte Gelegenheit des Jahres gewesen sei, sich gegen Währungsschwankungen abzusichern.
Unter den einzelnen Aktien sollten im Dax die Papiere von K+S im Auge behalten werden. Stimmungsbelastend könnte die Kürzung der Phosphat-Produktion durch den US-Wettbewerber Mosaic wirken. Händlern zufolge ist die Meldung für den deutschen Salz- und Düngemittelhersteller aber eher zu vernachlässigen, da K+S vor allem in den Bereichen Kali und Salz und weniger im Phosphat-Geschäft engagiert sei.
RWE (RWE) könnten wegen eines Berichts in der "Börsen-Zeitung" Beachtung finden. Im ersten Quartal 2012 wird der Versorger nach mehrjähriger Bauzeit und Investitionen von mehr als 2 Milliarden Euro in Neurath bei Köln sein neues Braunkohle-Großkraftwerk ans Netz nehmen. Die zwei neuen Blöcke reichen mit ihrer Kapazität von 2.100 Megawatt fast an die Größe der stillgelegten Atommeiler Biblis A und B heran. Die Stromerzeugungskapazitäten von RWE werden damit zwar nicht steigen, da im Gegenzug alte Braunkohleblöcke stillgelegt werden, aber die Effizienz wird deutlich größer.
CONTI KÖNNTEN VON UMSATZAUSSAGEN PROFITIEREN
Die im MDAX notierten Aktien von Continental dürften einem Händler zufolge am Donnerstag von erfreulichen Aussagen des Unternehmenschefs profitieren. Vorbörslich legten sie beim Broker Lang & Schwarz bereits rund ein Prozent zu. Wie Elmar Degenhart der "Süddeutschen Zeitung" sagte, ist die Geschäftsentwicklung des Autozulieferers im vierten Quartal sehr gut verlaufen. Der Umsatz werde trotz des traditionell schwachen Dezembers leicht über dem Niveau des dritten Quartals von 7,71 Milliarden Euro liegen. Ein Händler wertete dies positiv, obwohl Conti "nichts zum Gewinn" gesagt habe. "Die Aussagen zum Umsatz bedeuten aber, dass der Jahresumsatz von Conti mindestens bei 30,3 Milliarden Euro liegen dürfte und damit über der Unternehmensprognose von 29,5 Milliarden Euro und der bisherigen durchschnittlichen Analystenschätzung von 30,15 Milliarden Euro."
Der Agrarhändler Baywa (BayWa) verlängerte seine Angebotsfrist für den neuseeländischen Obsthändler Turner & Growers (T&G) um 30 Tage. Das angepeilte Angebotsende verschiebt sich damit nun auf den 8. Februar. Nach dem Ausstieg aus dem Bau- und Gartenmarktgeschäft wollen die Bayern im internationalen Obsthandel mitmischen. Kosten wird das börsennotierte neuseeländische Unternehmen je nach Annahmequote des öffentlichen Übernahmeangebots zwischen 79 und 125 Millionen Euro./ck/la