FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Dienstag etwas fester in den Handel starten. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutsche Leitindex (
DAX) stand gegen 8.05 Uhr 0,58 Prozent höher bei 5.928,68 Punkten. Sorgen um Italien und Griechenland hatten den
Dax zum Wochenauftakt belastet.
Das politische Tauziehen geht unterdessen weiter: Während Griechenland im Tagesverlauf seine Übergangsregierung vorstellen dürfte, muss Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi erneut um seine Mehrheit bangen. Am Nachmittag stimmt das Parlament in Rom über den Rechenschaftsbericht zu seinem Haushalt ab. Wie Stratege Stan Shamu von IG Markets kommentierte, wolle jeder Berlusconi zurücktreten sehen. Bis es soweit sei, werde der Verkaufsdruck auf italienische Staatsanleihen anhalten.
Positiv wirkt dem Strategen zufolge die US-Vorgabe: Seit dem Xetra-Schluss am Vorabend gewann der Future auf den Dow Jones Industrial (Dow Jones) 0,79 Prozent hinzu. Am Markt steht eine ganze Flut von Quartalsbilanzen unter anderem mit den Finanzwerten Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) und Aareal Bank sowie Leoni (LEONI) und Heidelberger Druck (Heidelberger Druckmaschinen) im Blick. Auch Zahlen aus dem Ausland wie L'Oreal vom Vorabend könnten auf deutsche Aktien ausstrahlen. Konjunkturseitig stehen am Morgen die deutschen Handels- und Leistungsbilanzdaten auf dem Plan.
MUNICH RE ENTTÄUSCHT BEIM GEWINN - Aktie SCHACH BEI L&S
Laut ersten Händlereinschätzungen verfehlte der weltweit größte Rückversicherer die durchschnittlichen Markterwartungen beim Gewinn. Die Munich-Re-Aktien gehörten mit einem Abschlag von 1,69 Prozent im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz (L&S) zu den größten Verlierern. Für die Papiere der Aareal Bank ging es nach den Zahlen vorbörslich hingegen um nahezu sechs Prozent nach oben. Hier nannte ein Händler das Zahlenwerk zum dritten Quartal etwas besser als erwartet. Zudem habe der Immobilienfinanzierer seine Prognose bestätigt. Die Papiere der Comdirect Bank(comdirect bank) gewannen nach Zahlen deutliche 5,56 Prozent bei L&S.
Schwächer als der Markt zeigten sich die Papiere von Beiersdorf und Henkel (Henkel vz) nach den Zahlen des Konkurrenten L'Oreal (LOréal). Mit ihrem Umsatz hatten die Franzosen am Vorabend die Erwartungen der Analysten erfüllt, kommentierte ein Börsianer. Allerdings verliere der weltweit führende Kosmetikhersteller im europäischen Massenmarkt Marktanteile, was zu einem eher vorsichtigen Ausblick für 2011 geführt habe.
HUGO BOSS SEHR FEST BEI L&S NACH NEUER PROGNOSE
Fester tendierten bei L&S die Aktien von Heidelberger Druck. Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller hat seinen Verlust im zweiten Geschäftsquartal (Ende September) reduziert und will sich mit weiteren Anpassungen bei Kapazität und Kosten weiter in Richtung Gewinnschwelle vorarbeiten. Das Immobilienunternehmen Gagfah hat den Gewinn im dritten Quartal stärker als von Analysten erwartet gesteigert. Vorbörslich führte dies zu einem Kursplus von 1,63 Prozent. Noch deutlicher legten die Aktien von Hugo Boss (HUGO BOSS vz) zu. Knapp eine Woche nach der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal erhöhte der Modekonzern mit Blick auf gute Wachstumsaussichten in Asien und Amerika nun seine mittelfristigen Ziele.
Im TecDax (TecDAX) machten die Papiere von Drillisch mit einem Plus von mehr als 15 Prozent bei L&S einen Teil ihres 40-prozentigen Kursverlustes vom Vortag wett. Die Deutsche Telekom hatte einem Tochterunternehmen des Serviceproviders Provisionsbetrug vorgeworfen und deshalb die Verträge mit den Unternehmen fristlos gekündigt. Das hatte zum Wochenstart zu einem Kurssturz geführt./rum/ck