FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach drei Gewinntagen in Folge droht dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch ein kleiner Rücksetzer. Der Fokus der Anleger liege auf der Zinsentscheidung in den USA am Abend, sagte Analyst Cameron Peacock von IG Markets. In den vergangenen Tagen hatten der wie erhofft positive Wahlausgang in Griechenland und die Hoffnung auf Maßnahmen der Notenbanken zur Stimulierung der Wirtschaft die Börsen gestützt. Vor der Sitzung der Federal Reserve könnten nun einige Anleger vorsichtig agieren und Gewinne mitnehmen. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den
Dax (
DAX) ließ gegen 8.05 Uhr eine 0,52 Prozent niedrigere Eröffnung des deutschen Leitindex erwarten.
Von den Übersee-Börsen kamen uneinheitliche Vorgaben: Während der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones) seit dem Xetra-Schluss am Vortag 0,29 Prozent verlor, tendierten die asiatischen Börsen am Morgen positiv.
DEUTSCHE WOHNEN MIT BEZUGSPREIS FÜR KAPITALERHÖHUNG
Die Aktien von Daimler stehen mit Nachrichten zu Tognum im Blick. Nach der fast vollständigen Übernahme des Motorenbauers bereiten die Haupteigner Daimler und Rolls-Royce einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag vor. Laut Händlern war dies erwartet worden, weshalb die Nachricht kaum einen Einfluss auf die Titel des Stuttgarter Autobauers haben dürfte. Bei Lang & Schwarz (L&S) gaben sie vorbörslich minimal nach.
Die Aktien von Deutsche Wohnen mussten indes nach der Bekanntgabe von Einzelheiten zu einer Kapitalmaßnahme vorbörslich deutliche Abschläge hinnehmen. Der Immobilienkonzern will mit der Kapitalerhöhung zur Übernahme von BauBeCon und anderer Unternehmen rund 460 Millionen Euro einsammeln. Den Bezugspreis für die bis zu 43,8 Millionen neuen Aktien setzte das Unternehmen am Vorabend auf 10,50 Euro je Anteilsschein fest. Wie hoch der Bruttoemissionserlös genau ausfällt, soll am 26. Juni feststehen. Zuvor hatte Deutsche Wohnen eine Spanne von 425 bis 475 Millionen Euro genannt. "Dass der Bezugspreis am oberen Ende der Erwartungsspanne liegt, dürfte sich leicht positiv auf die Aktie auswirken", schrieb ein Händler trotz der vorbörslichen Kursentwicklung. Es lohne ein Blick auf die Bezugsrechte, die an den vergangenen Tagen deutlich unter dem fairen Wert von 0,52 Euro je Aktie gehandelt worden seien. Zum Handelsschluss am Dienstag wurden für die Bezugsrechte 0,350 Euro bezahlt.
AIRLINES IM BLICK: RYANAIR WILL AER LINGUS KAUFEN
Kaum einen Kurseinfluss auf Lufthansa (Deutsche Lufthansa) und Air Berlin erwarten Börsianer von der Nachricht, dass der irische Billigflieger Ryanair einen neuen Versuch zur Übernahme des heimischen Konkurrenten Aer Lingus startet. Mehr als fünf Jahre nach dem gescheiterten ersten Anlauf sieht das Management um Michael O'Leary bessere Chancen, an sein Ziel zu kommen: Der klamme irische Staat brauche das Geld aus dem Anteilsverkauf, und die EU-Kommission werde die Übernahme diesmal schon genehmigen, teilte das Unternehmen am Vorabend mit. Schließlich hätten die Wettbewerbshüter inzwischen auch Zukäufen von Lufthansa und British Airways zugestimmt. Ein Börsianer sieht allerdings eine "nur sehr geringe Chance, dass das Angebot mit einer Prämie von 38 Prozent tatsächlich genehmigt werden wird." Bei L&S gaben die Lufthansa-Titel mit dem leichter erwarteten Markt moderat nach, während Air Berlin zulegten./gl/rum