FRANKFURT (dpa-AFX) - Ohne klare Impulse dürfte der
Dax (
DAX) am Donnerstag kaum verändert in den Handel gehen. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand eine Stunde vor Handelsstart bei 6.104 Punkten und damit 0,12 Prozent unter dem Xetra-Schluss am Vortag. Nach einem Kurszuwachs von viereinhalb Prozent in den ersten beiden Handelstagen des Jahres hatte der Leitindex am Vortag einen Teil der Gewinne wieder abgegeben.
Der Fokus der Anleger bleibt auf dem europäischen Anleihemarkt. Nach Deutschland und Portugal werden an diesem Vormittag in Frankreich neue Staatsanleihen ausgegeben. Die Nachfrage gilt als ein wichtiges Krisenbarometer. Der Euro konnte sich am Morgen nach seinem Rutsch zur Wochenmitte auf niedrigem Niveau etwas stabilisieren. Am Nachmittag folgen dann mit dem ISM-Index sowie den ADP-Daten als Indikator für den Arbeitsmarktbericht Zahlen aus den USA, die Bewegung bringen könnten. Bis dahin fehlt es an einer klaren Trendvorgabe. Der Future auf den Dow Jones Industrial (Dow Jones) gewann zwar 0,24 Prozent seit dem Xetra-Handelsschluss am Vortag. Er bröckelt aber angesichts der leichteren Tendenz in Asien ab.
BRENNTAG MIT PLATZIERUNG IM FOKUS
Bei weiter recht ruhiger Nachrichtenlage stehen die Aktien von Brenntag mit einer Aktienplatzierung im Mittelpunkt. Der Großaktionär Brachem Acquisition, der mehr als ein Drittel der Brenntag-Papiere hält, will bis zu 4,5 Millionen Aktien verkaufen. Händler sprachen am Morgen von einer Spanne für die Platzierung zwischen 68,50 und 70,50 Euro, andere erwarten einen Festpreis bei 68,50 Euro. Vorbörslich rutschten die Papiere des Chemiehändlers bei Lang & Schwarz um 4,14 Prozent auf 69,25 Euro ab.
Kaum veränderten zeigten sich derweil die Aktien von Beiersdorf und Henkel (Henkel vz) nach Kommentaren von L'Oreal (LOréal). Der französische Kosmetikkonzern rechnet für das abgelaufene Jahr mit einem Umsatzwachstum von mehr als vier Prozent. Das Unternehmen sei zudem "sehr zuversichtlich" für 2012, sagte Konzernchef Jean-Paul Agon am Mittwoch bei einer Presseveranstaltung. "Die Analysten gehen im Schnitt zwar bereits von einem Umsatzwachstum von 4,1 Prozent aus, aber die Zuversicht von L'Oreal für 2012 dürfte der Stimmung für die deutschen Wettbewerber sicher nicht schaden", sagte ein Börsianer.
KONTRON VERKAUFT WERK IN MALAYSIA
Die Kontron-Anteile (Kontron) waren vorbörslich Schlusslicht im TecDax. Der Hersteller von Minicomputern zieht einen Schlussstrich unter das zuletzt traurige Kapital Malaysia und verkauft das dortige Werk. Der Schritt werde jedoch das Ergebnis im vierten Quartal 2011 mit rund sechs Millionen Euro belasten. Das bisher geplante Ziel einer operativen Marge von acht Prozent sei daher nicht mehr zu erreichen, teilte das Unternehmen mit. Ein Händler wertete die Nachricht allerdings positiv. "Die meisten Analysten haben ohnehin nicht mehr damit gerechnet, dass Kontron das EBIT-Margenziel erreicht." Der Konsens liege bereits bei 7,2 Prozent. Im Fokus sollte daher die positiven Auswirkungen der Transaktion - etwa ein moderater Ergebnisanstieg 2012 - stehen./ag/ck