FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Freitag vor der Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktzahlen leichter in den Handel starten. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Leitindex (
DAX) stand kurz nach 8 Uhr bei 6.515 Punkten und damit 0,31 Prozent niedriger. Belasten dürften die schwächer tendierenden asiatischen Börsen. Die erwarteten geldpolitischen Lockerungen der Notenbanken hätten nach entsprechenden Spekulationen im Vorfeld keine nachhaltigen Impulse mehr gegeben, hieß es am Markt. Auch der Future auf den US-Leitindex
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) verlor 0,38 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Vortag. Mit dem
US-Arbeitsmarktbericht steht am frühen Nachmittag zudem ein Unsicherheitsfaktor auf der Agenda. Experten rechnen mit 95.000 neu geschaffenen Stellen im Juni.
Am Vortag war der deutsche Leitindex nach Zinssenkungen in Europa und China zunächst auf ein Zweimonatshoch gestiegen, bevor ihn Gewinnmitnahmen in die Minuszone drückten. Die Notenbanken hätten die Stimmung der Investoren nicht mehr weiter verbessern können und die "Risk-On"-Rally sei ausgeblieben, sagte Analyst Cameron Peacock von IG Markets.
BRENNTAG NACH BRACHEM-PLATZIERUNG UNTER DRUCK
Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Brenntag vorbörslich zunächst unter Druck, wie der Abschlag von knapp drei Prozent bei Lang & Schwarz zeigte. Die Beteiligungsgesellschaft Brachem Acquisition verkauft laut einem Medienbericht den restlichen Anteil an dem Chemikalienhändler. Insgesamt sollen 6,9 Millionen Aktien platziert werden. Brachem war 2006 bei Brenntag eingestiegen und hatte das Unternehmen im März 2010 an die Börse gebracht. Börsianer rechnen allerdings im weiteren Verlauf nicht mit starken Kursverlusten. Die Aktien hätten bei den vergangenen Platzierungen meist schwächer eröffnet, sich dann aber erholt. Zudem steige der Streubesitz mit der Platzierung und erhöhe damit die Chance für einen Aufstieg des Titels in den Dax.
Nachrichtlich könnten auch RWE interessant sein. Der Energiekonzern erwartet laut einem Händler auf Kaufgebote für seine Tochtergesellschaft Net4Gas. Bisher habe ein Verkaufspreis von rund zwei Milliarden Euro im Raum gestanden, hieß es. Die Titel von Bijou Brigitte (Bijou Brigitte modische Accessoires) werden am Freitag mit Dividendenabschlag gehandelt. Der Händler von modischen Accessoires schüttet 5,500 Euro je Aktie an seine Anteilseigner aus. Auch Fielmann werden ex Dividende erwartet. Die Optikerkette zahlt ihren Aktionären 2,500 Euro je Aktie. Zudem könnten die folgenden Aktien nach Umstufungen oder Kurszieländerungen von Analysten einen Blick wert sein: Klöckner & Co (KloecknerCo), Daimler , Volkswagen (Volkswagen vz), Lufthansa (Deutsche Lufthansa), ThyssenKrupp, Salzgitter, Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) und Hannover Rück (Hannover Rueckversicherung)./edh/rum