FRANKFURT (dpa-AFX) - Neuerliche Sorgen um die USA werden den deutschen Aktienmarkt zum Handelsstart am Montag etwas belasten. Die Spanien-Wahl am Wochenende habe indes nicht überrascht und die etwas fallenden Anleiherenditen der PIIGS-Staaten stützten den Markt etwas, sagte ein Börsianer am Morgen. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Leitindex (
DAX) stand um 8.05 Uhr bei 5.758 Punkten um 0,73 Prozent unter dem Xetra-Handelsschluss des
Dax vom Freitag. In der Vorwoche hatte der Dax bereits 4,24 Prozent verloren.
In dieser Woche rückt laut Händlern neben der europäischen Schuldenkrise auch wieder die Verschuldung der Vereinigten Staaten in den Blick der Anleger - das mit den Budgetkürzungen befasste Komitee wird sich voraussichtlich nicht auf Vorschläge zur Schuldenkürzung einigen können. Das würde für die Märkte in einer ohnehin schon angespannten Lage weitere Unsicherheit bedeuten, kommentierte Stratege Stan Shamu von IG Markets. Entsprechend ist die Vorgabe negativ: Im Übernachthandel verlor der Future auf den Dow Jones 0,56 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Freitag. Am europäischen Staatsanleihemarkt - auf den die Börsianer derzeit mit Argusaugen schauen - dreht sich weiter alles um die Staatsschuldenkrise in Griechenland, Italien und Spanien. Die EZB müsse mit Anleihekäufen Spaniens und insbesondere Italiens unverändert "die Kohlen aus dem Feuer holen", sagten die Experten der HSH Nordbank. In Spanien hatten die Konservativen am Sonntag erwartungsgemäß die Parlamentswahlen klar gewonnen. Das Wahlergebnis enthält laut Händlern keine Überraschung und dürfte nur wenig Einfluss auf den Handel nehmen.
BAYER UND BEIERSDORF IM BLICK
Die Aktien von Bayer sollten mit im Fokus stehen. Ein Händler verwies auf die Zulassung des Augenmedikaments Eylea in den USA vom Wochenende. Hier erhalte Bayer nun eine Umsatzbeteiligung vom Partner Regeneron, außerhalb der USA besitze Bayer die Vermarktungsrechte für die Arznei gegen Makula-Degeneration. Händler sehen die Nachricht positiv für die Papiere des Chemie- und Pharmaunternehmens. Vorbörslich gab die Aktie allerdings bei Lang & Schwarz mit dem Markt um 0,42 Prozent nach.
Beiersdorf (Beiersdorf) könnten von einem Interview in der "Börsenzeitung" bewegt werden, in dem Finanzchef Ulrich Schmidt eine mittelfristige operative Marge von 16 Prozent als Ziel ausgegeben hatte. Für dieses Jahr erwarte das Unternehmen zwischen 10 und 11 Prozent Gewinnspanne und habe darüber hinaus bisher keinen Ausblick gegeben, hieß es aus Händlerkreisen weiter. Die Ankündigung könne leicht positiv auf die Titel wirken. Vorbörslich konnten die Titel aber bisher nicht profitieren.
POST UND ADIDAS VORBÖRSLICH BEWEGT
Indes ist die Zukunft des Postzustellers First Mail ungewiss. Die Deutsche Post erwägt laut einem Bericht der "Focus" eine Schließung ihrer Billigtochter, wie ein Sprecher bestätigte. Grund dafür ist ein Urteil des nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgerichts aus der vergangenen Woche, wonach der Briefdienst nicht länger mit günstigeren Angeboten arbeiten darf als der Mutterkonzern. Zudem hat der Logistikkonzern laut "Spiegel" womöglich seine Portopreise in den vergangenen Jahren nicht stark genug gesenkt. Das Blatt bezieht sich auf Anwälte von Post-Konkurrenten. Die Aktie reagierte vorbörslich zunächst sehr negativ, erholte sich dann aber etwas.
Adidas-Papiere (adidas) bewegten sich unterdessen kaum nach einem Vorstandsinterview. Der Sportartikelhersteller will den Umsatz 2012 im mittleren einstelligen Bereich und den Gewinn um zehn bis 15 Prozent steigern, sagte Konzernchef Herbert Hainer der "Welt am Sonntag". Das entspreche dem bisherigen Ausblick, sagte ein Börsianer, und sollte die Aktien entsprechend kaum bewegen./fat/ag