FRANKFURT (dpa-AFX) - Schwache Vorgaben aus den USA dürften am deutschen Aktienmarkt am Freitag für weitere Verluste sorgen. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Leitindex (
DAX) stand gegen 8.05 Uhr bei 5.769 Punkten um 1,39 Prozent unter dem Dax-Schluss vom Vortag. Am Donnerstag war er bereits um 1,07 Prozent gesunken und hatte damit den vierten Tag in Folge tiefer geschlossen.
Auch die Wall Street hatte die anhaltenden Turbulenzen an den europäischen Anleihemärkten am Vorabend mit weiteren Verlusten quittiert: Der Future auf den Dow Jones Industrial (Dow Jones) verlor 1,46 Prozent seit dem Xetra-Schluss vom Donnerstag. Ein Börsianer hob vor allem die stark gestiegenen Renditen für spanische Staatspapiere vor den Wahlen als Grund zur Besorgnis hervor, die die Risikofreude weiter gedämpft habe. Wie die verpufften Impulse bei den Führungswechseln in Griechenland und Italien gezeigt hätten, bedürfe es mehr als einer neuen Regierung, um bei Anlegern für neuen Optimismus zu sorgen. Vor diesem Hintergrund fragten sich die Devisenexperten der Commerzbank, ob wir uns in einer "Vertrauenskrise 2.0" befinden. Die Tagesagenda ist mit den US-Frühindikatoren am Nachmittag recht übersichtlich.
SUZUKI WILL PARTNERSCHAFT MIT VW BEENDEN
Nachdem die deutschen Aktiengesellschaften ihre Berichtssaison fast beendet haben, rücken nun wieder verstärkt Unternehmensnachrichten abseits der Quartalszahlen in den Fokus. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit dürften dabei am Tage einer Aufsichtsratsitzung die Titel von Volkswagen stehen. Der japanische Autobauer Suzuki dringt verstärkt auf einen Rückzug des Großaktionärs aus Wolfsburg. Man wolle die Partnerschaft beenden und den VW-Anteil zurückkaufen, teilte Suzuki am Morgen mit. VW ist mit knapp 20 Prozent an dem japanischen Unternehmen beteiligt. Die Japaner kündigten für 9 Uhr (MEZ) eine Pressekonferenz in Tokio an.
"Jüngste Auseinandersetzungen haben die Beziehungen zwischen den beiden Autobauern verschlechtert", meinte Analyst Jakob Penndorf von Alpha Wertpapierhandel, der die jüngste Nachricht als leicht negativ für den VW-Kurs wertete. Zudem habe Suzuki ein gutes Timing bewiesen, indem die Japaner mit ihrer Mitteilung kurz vor Beginn der VW-Aufsichtsratssitzung an die Öffentlichkeit gegangen seien. Ein Sprecher von VW sagte zu der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX, dass der Autobauer an seinem Suzuki-Anteil festhält. Die Vorzüge von VW (Volkswagen vz) fielen zuletzt im vorbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz um mehr als ein Prozent.
T-AKTIEN NACH PRESSEBERICHT IM FOKUS
Die Aktien der Deutschen Telekom (Deutsche Telekom) sanken nach einem Pressebericht bei L&S um 0,90 Prozent. Wie das "Handelsblatt" schrieb, verlässt der Technologie- und Innovationsvorstand Edward Kozel den Dax-Konzern. Der einstige Hoffnungsträger sei in nur 18 Monaten daran gescheitert, neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Ein Händler kommentierte dies negativ: "Kozel verlässt das Unternehmen zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt, nämlich mitten in der Restrukturierung von Netzwerken und IT."
Die Adidas-Aktien (adidas) gaben indes bei L&S mit etwa minus 0,60 Prozent weniger nach als der schwach erwartete Dax. Foot Locker, der US-Einzelhändler für Sportschuhe- und Bekleidung, übertraf am Vorabend die Erwartungen an das dritte Quartal. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis je Aktie fielen besser aus als von Analysten im Schnitt geschätzt. Ein Börsianer sah dies als mögliche Stütze für die Papiere des deutschen Sportartikelherstellers im anhaltend trüben Marktumfeld.
DEUTSCHE Börse MACHT ZUGESTÄNDNISSE FÜR NYSE-FUSION
Bewegung kommt auch in die geplante Fuison zwischen der Deutschen Börse und der NYSE Euronext (NYSE Group) . Der deutsche Börsenbetreiber bestätigte, dass die beiden Unternehmen gegenüber der Europäischen Union Zugeständnisse mit Blick auf den Derivatehandel gemacht haben./la/fat