FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach dem kräftigen Anstieg zu Wochenbeginn wird der
Dax (
DAX) am Dienstag zunächst schwächer erwartet. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Leitindex lag kurz nach 8.00 Uhr bei 6.254 Punkten und damit 0,62 Prozent tiefer als zum Xetra-Schluss am Montag. Am Vortag hatte der Index 1,22 Prozent gewonnen und war zeitweise bis auf 11 Punkte an sein Jahreshoch herangelaufen. Als Belastung sehen Börsianer unter anderem die Abstufung der Kreditwürdigkeit der
BNP Paribas, die die Finanzkrise wieder bewusst mache und für Unsicherheit sorge. Die Ratingagentur Fitch senkte am Vorabend ihre langfristige Bonitätseinstufung der Großbank um eine Stufe auf "AA-". Die Experten zeigten sich zudem besorgt über die mittelfristigen Wachstumsaussichten für Spanien und Portugal.
Auch die Vorgaben sprechen zunächst für einen Rücksetzer am deutschen Aktienmarkt. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones) verlor seit dem Xetra-Schluss vom Vortag 0,95 Prozent. Die bröckelnden Kurse an der Wall Street sorgten für etwas Druck. Der Nikkei-225-Index (Nikkei 225) präsentierte sich am Morgen ebenfalls schwach.
IFO BEI RUHIGER NACHRICHTENLAGE IM FOKUS
Bei ruhiger Nachrichtenlage steht vor allem der Ifo-Geschäftsklimaindex im Fokus der Marktteilnehmer. Volkswirte erwarten für Juni einen leichten Dämpfer. Ein Rückgang der so genannten Erwartungskomponente dürfte das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer insgesamt leicht eintrüben, hieß es übereinstimmend von Experten. Die aktuelle Lage werde in den deutschen Unternehmen dagegen nach wir vor als gut eingeschätzt. Von dpa-AFX befragte Volkswirte erwarten beim Geschäftsklimaindex des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung einen Rückgang von 101,5 Punkte auf 101,2 Zähler. Trotz des leichten Rücksetzers deutet der Ifo-Index nach Einschätzung der Ökonomen aber weiterhin auf ein solides Wachstum in der deutschen Industrie hin. Am Nachmittag könnten zudem Daten vom US-Immobilienmarkt Impulse geben.
Unter den Einzelwerten raten Börsianer die Aktien der Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) im Auge zu behalten. Sie verwiesen auf einen Medienbericht mit Aussagen des Vorstandschefs Nikolaus von Bomhard. Von Bomhard hatte das Ergebnisziel von 2 Milliarden Euro bestätigt und einen Prämienanstieg im Geschäftsjahr 2010 in Aussicht gestellt. Zudem bezeichnete er einen Kauf der Asiensparte von American International Group (AIG) (American International Group) als unwahrscheinlich und sagte, der Rückversicherer suche vielmehr nach einem Partner in China. Ein Händler sah in den Aussagen allerdings keine neuen Impulse.
Gleiches gilt für die Aktien von Hochtief (HOCHTIEF) nach der Bestätigung der Gewinnprognose der australischen Tochter Leighton, die keinen Bedarf für Abschreibungen auf ihr Geschäft im Nahen Osten sieht. Auch die geplante Super-Steuer in Australien auf die Gewinne von Rohstoffunternehmen habe wohl keinen Einfluss auf bestehende Projekte, hieß es. Ein Händler sieht daraus allerdings kaum Kursimpulse, nachdem sich auch die Leighton-Aktie in Sydney kaum bewegt habe.
Hugo Boss werden ex Dividende gehandelt. Der Modekonzern schüttet 0,97 Euro für jede im MDAX gelistete Vorzugsaktie (HUGO BOSS vz) und 0,96 Euro je Stammaktie (HUGO BOSS) aus./ag/ck