FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der zwei Tage anhaltenden Erholungsbewegung zeichnet sich im
Dax (
DAX) am Freitag eine leichtere Eröffnung ab. Ein Börsianer verwies insbesondere auf die verhaltene Reaktion der chinesischen
Börse auf die erste Leitzinssenkung seit 2008 als Dämpfer auch in Europa. Vor diesem Hintergrund wies der X-Dax als vorbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex gegen 8.05 Uhr auf eine 1,05 Prozent schwächere Eröffnung hin.
Im Gegensatz zu den europäischen Börsen vom Vortag waren positive Impulse aus dem Zinsschritt der chinesischen Notenbank in China bereits kurz nach Handelsbeginn verpufft und in Sorgen um anstehende Konjunkturdaten umgeschlagen. Zudem lasteten die Ratingabstufung von Spanien durch Fitch und fehlende Signale für eine geldpolitische Lockerung von US-Notenbankchef Ben Bernanke vor dem US-Kongress auf der Stimmung der Marktteilnehmer. Der Euro als Krisenbarometer setzte nach seiner jüngsten Erholung etwas zurück und auch der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones) gab über Nacht etwas nach.
FINANZ- UND AUTOWERTE IM FOKUS
Nach ihren jüngsten Kursgewinnen dürften auch zum Wochenschluss wieder die Aktien aus den Finanz- und Automobilbranchen im Blickfeld bleiben. Commerzbank waren nach ihrem kräftigen Anstieg vom Vortag mit fast zwei Prozent Minus vorbörslich bei Lang & Schwarz der größte Dax-Verlierer. BMW-Aktien (BMW) sollten wegen eines Medienberichtes im Auge behalten werden: Der Autobauer rechnet wegen des unsicheren Wirtschaftsumfeldes mit schwächerem Wachstum auf dem indischen Markt. Ein Börsianer hält die Meldung allerdings für kursneutral. Der indische Markt sei angesichts des vergleichsweise geringen Absatzes weniger wichtig für den Konzern.
Aktien von Bayer könnten ferner wegen des angekündigten Börsengangs der Tiergesundheitssparte von Pfizer einen Blick wert sein, lagen vorbörslich aber in etwa mit dem Markt. Der US-Pharmagigant hatte am Vortag schon vor Börsenschluss in Europa angekündigt, den Geschäftsbereich unter dem Namen Zoetis an die Börse bringen zu wollen. Nun aber wies ein Händler darauf hin, dass Bayer immer wieder als möglicher Bieter für die Sparte genannt worden sei. Damit dürften diese vagen Spekulationen nun zu den Akten gelegt werden. Kursbewegend sollte die Meldung aber dennoch nicht sein, so der Börsianer.
KTG AGRAR PLANT BÖRSENGANG
Ein vorbörslich klar zu begründende Kursreaktion gab es nur bei einem Nebenwert: Aktien von KTG Agrar legten bei Lang & Schwarz etwas mehr als zwei Prozent zu. Der Agrarkonzern plant einen Börsengang seiner Energiesparte. Nach der Emission will das Unternehmen die Produktion von Agrar- und Nahrungsmitteln weiter konsequent ausbauen./tih/rum