FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Enttäuschung der Anleger über das Treffen der Eurofinanzminister zur Griechenland-Krise dürfte den
Dax am Montag neuerlich belasten. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex (
DAX) notierte gegen 8.05 Uhr bei 7.100 Punkten und damit um 0,89 Prozent unter dem Xetra-Schlussstand vom Freitag. In der Vorwoche hatte der Dax nach einer Durststrecke von sechs Verlustwochen in Folge wieder ein Plus von 1,33 Prozent eingefahren und in Hoffnung auf Fortschritte in Griechenland vor dem Wochenende einen erneuten Befreiungsschlag versucht. Zu Wochenbeginn jedoch war die Vorgabe negativ: Der Future auf den
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) verlor 0,75 Prozent seit dem Xetra-Handelsschluss am Freitag.
Das Treffen der Eurofinanzminister war am Morgen ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. In Anbetracht der fehlenden Unterstützung des Sparprogramms durch die griechische Opposition und der vom griechischen Ministerpräsidenten gestellt Vertrauensfrage "ist das ein Spiel mit dem Feuer", hieß es im Morgenkommentar der HSH Nordbank.
ENDGÜLTIGE ENTSCHEIDUNGEN ZU GRIECHENLAND ERST ANFANG JULI
Der Vorsitzende der Ministerrunde, Luxemburgs Jean-Claude Juncker, sagte am frühen Montagmorgen nach siebenstündigen Krisenberatungen, endgültige Entscheidungen sollten Anfang Juli fallen. Dazu solle es ein neues Sondertreffen der Minister geben. Erst müsse das griechische Parlament Ende Juni seine Gesetze zu weiteren Sparmaßnahmen verabschieden.
Mit Blick auf Einzelwerte dürften im Dax die Titel von BASF für Gesprächsstoff sorgen. Ein Händler verwies auf ein Interview von Vorstandsmitglied Michael Heinz mit der "Handelszeitung", wonach der Chemiekonzern einen leichten Rückgang der Nachfrage in China spüre. Das Land sei mittlerweile einer der wichtigsten Märkte für BASF, fuhr der Börsianer fort.
K+S IM PLUS ERWARTET - AGRIUM ERHÖHT PROGNOSE
Die Aktien von K+S könnten Händlern zufolge zu den Gewinnern zählen. Der kanadische Düngemittel-Großhändler Agrium erhöhte wegen des sehr starken Einzelhandelsgeschäftes seine Prognose für das zweite Quartal. Dies sollte einem Händlern zufolge die Papiere von K+S ebenso stützen wie das positive Chartbild. Die Titel des Kasseler Düngemittelproduzenten hätten sich am Freitag über der 200-Tage-Linie gehalten. Im vorbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz (L&S) notierten die Anteilsscheine bereits minimal im Plus.
Der im MDAX (MDAX) notierte Autozulieferer ElringKlinger will im kommenden Jahr zum anstrebten operativen Profitabilitätsziel zurückkehren. "Wir wollen 2012 wieder in der von uns anvisierten Bandbreite von 16 bis 18 Prozent EBIT-Marge sein", sagte Finanzvorstand Stefan Wolf der "Börsen-Zeitung". Im laufenden Jahr sei dies noch nicht möglich, weil die niedrigeren Profitabilitätsniveaus der jüngsten Zukäufe zunächst auf Gruppenniveau gebracht werden müssten. Ein Händler rechnete jedoch nicht mit einer großen Kursreaktion, da die Analysten bereits eine EBIT-Marge in dieser Größenordnung erwarteten.
NORMA GROUP UND GSW IMMOBILIEN NEU IM SDAX
Schließlich stehen im SDax (SDAX) die Aktien des Anbieters von Produkten und Dienstleistungen für die Verbindungstechnik, Norma Group, und die Titel von GSW Immobilien im Blick. Ab sofort ersetzen die Papiere in dem Nebenwerte-Index die Anteilsscheine von Colonia Real Estate und von der Homag Group. Während die Norma-Aktien bei L&S moderat im Minus lagen, bewegten sich die GSW-Titel kaum von der Stelle./la/ag