FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch am Montagnachmittag hat der deutsche Aktienmarkt dem Rundumschlag von S&P getrotzt und freundlich tendiert. Der
Dax (
DAX) notierte zuletzt 0,32 Prozent höher bei 6.162,47 Punkten. Der
MDAX (
MDAX) mittelgroßer Werte gewann 0,22 Prozent auf 9508,48 Punkte, der
TecDax (
TecDAX) stieg um 0,67 Prozent auf 722,67 Punkte. Die Abstufung der Bonitätsnoten von neun Euro-Ländern durch die US-Ratingagentur S&P vom Freitagabend wirkte Händlern zufolge kaum noch nach. "Nach dem ersten Schreck setzt sich der Eindruck durch, dass es auch hätte schlimmer kommen können", sagte ein Börsianer.
Laut Händlerin Anita Paluch von Gekko Markets wurde dieser Schritt von S&P erwartet. Viel wichtiger sei aber, welche Auswirkung die Herabstufung auf den Rettungsfonds EFSF haben wird. Eine Aufstockung des Rettungsschirms dürfte nun schwieriger und teurer werden, erwartet Paluch. Die Abstufungen könnten einem Händler zufolge erst in den kommenden Tagen ihre volle Wirkung entfalten, wenn Frankreich, Spanien und der EFSF frische Anleihen platzieren.
DAIMLER NACH HOCHSTUFUNG GEFRAGT
Unter den Einzelwerten standen vor allem Automobiltitel in der Anlegergunst. Daimler profitierten von einer Hochstufung durch Goldman Sachs sowie anderen positiven Analystenkommentaren und waren mit plus 2,58 Prozent auf 38,950 Euro Spitzenreiter im Leitindex. BMW gewannen 1,73 Prozent auf 59,46 Euro und VW-Vorzüge (Volkswagen vz) 1,35 Prozent auf 127,70 Euro. HeidelbergCement waren indes nach negativen Nachrichten eines Konkurrenten mit einem Minus von 4,08 Prozent auf 33,705 Euro Schlusslicht im Dax. Zuvor hatte der Schweizer Wettbewerber Holcim wegen einer schwachen Zementnachfrage in einigen Weltregionen außerordentliche Abschreibungen im vierten Quartal bekanntgegeben.
Am unteren Ende des Kurstableaus im MDax notierten Heidelberger Druckmaschinen mit einem Verlust von 7,09 Prozent auf 1,599 Euro. Händler verwiesen auf die jüngsten Nachrichten zum insolventen Konkurrenten Manroland, wo das Ringen um die Zukunft des insolventen Druckmaschinenhersteller s vorerst weitergeht. Ein Händler sagte, mit einer Zerschlagung von Manroland sei das Problem der Überkapazitäten kaum aus dem Markt zu bekommen.
Im TecDax (TecDAX) kletterten Kontron um 6,10 Prozent an die Spitze des Technologieindex. Der Hersteller von Minicomputern hat 2011 nach vorläufigen Berechnungen mehr umgesetzt, als Experten erwartet hatten./edh/gl
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---