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03.11.2011 15:11

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Aktien Frankfurt: Dax legt zu - Papandreou-Spekulation, EZB-Zinssenkung

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag nach einer Berg- und Talfahrt an seine Gewinne vom Vortag angeknüpft. Rückenwind gab es vor allem von Spekulationen über einen Rücktritt des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou. Eine überraschende Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank stützte die Kurse am Nachmittag nur zeitweise. Der Dax (DAX) verteidigte bis zuletzt ein Plus von 1,51 Prozent auf 6.055,78 Punkte. Am Morgen war er zunächst bis auf 5.832 Punkte gefallen, nach dem EZB-Entscheid aber in der Spitze bis auf 6.193 Punkte gestiegen. Der MDAX legte um 1,35 Prozent auf 8.974,95 Punkte zu, und der TecDax gewann 0,93 Prozent auf 689,36 Punkte.

 

    In der ersten Sitzung unter ihrem neuen Präsidenten Mario Draghi senkte die Europäische Zentralbank überraschend den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Am Markt führte dies zunächst zu einer deutlich positiven Reaktion, bevor der Schritt wieder etwas nüchterner betrachtet wurde. "Die wichtigere Frage ist, ob dies als besonnene Entscheidung oder als Zeichen großer Probleme gewertet wird", sagte Händler Markus Huber von ETX Capital.

 

    Derweil intensivierten sich im Tagesverlauf die Gerüchte über einen Rücktritt des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou sowie über eine mögliche Absage der geplanten Volksabstimmung. Der griechische Premierminister Giorgos Papandreou will nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg allerdings im Amt bleiben, so die neuesten Spekulationen. Laut einem Bericht des griechischen Staatsfernsehen NET soll Papandreou aber der Bildung einer Übergangsregierung in Griechenland zugestimmt haben.

 

BANKEN PROFITIEREN VON GERÜCHTEN - MAN UND METRO AN DAX-SPITZE

 

    Sehr schwankend zeigte sich im Zuge der Spekulationen der Bankensektor. Die Titel der zunächst schwach in den Handel gestarteten Deutschen Bank (Deutsche Bank) etwa sprangen nach dem EZB-Entscheid auf ein Tageshoch bei 30,26 Euro. Zuletzt verteidigten sie nur noch ein hauchdünnes Plus von 0,02 Prozent auf 28,665 Euro. Die Commerzbank-Anteile (Commerzbank) legten zeitgleich um 2,23 Prozent zu. Kräftig nach oben ging es ferner für die MAN-Aktien (MAN) mit einem Aufschlag von 5,82 Prozent auf 66,73 Euro. Händler verwiesen auf eine Genehmigung der chinesischen Wettbewerbsbehörden, wonach Volkswagen (Volkswagen vz) nun die Mehrheit an dem Lkw-Hersteller übernehmen könne.

 

    Spitzenreiter im Dax waren aber die Metro-Papiere (METRO), die trotz enttäuschender Zahlen um 7,35 Prozent auf 36,00 Euro hochschnellten. Am Markt wurde das vor allem mit Spekulationen über einen Verkauf der Warenhauskette Kaufhof begründet. Am Vortag war bekannt geworden, dass neben dem Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen auch die österreichische Immobilienfirma Signa ein Angebot für die Warenhäuser abgegeben hat.

 

BMW UND HEIDELCEMENT NACH ZAHLEN SEHR FEST

 

    Erfreuliche Zahlen gab es von BMW zu vermelden. Der Münchner Autobauer steigerte im dritten Quartal dank der weiterhin hohen Autonachfrage den Gewinn und übertraf Börsianern zufolge die Erwartungen. Die Papiere legten um 1,62 Prozent zu. Ferner stiegen HeidelbergCement nach über den Erwartungen ausgefallenen Ergebnissen um 3,22 Prozent. Adidas (adidas) waren dagegen trotz einer angehobenen Jahresprognose mit einem Minus von 2,83 Prozent der mit Abstand größte Dax-Verlierer. Börsianer machten hierfür ein enttäuschendes China-Geschäft verantwortlich.

 

    Darüber hinaus legten auch zahlreiche mittlere und kleinere HDax-Unternehmen Quartalsbilanzen vor: Im MDax sackten die Rheinmetall-Aktien (Rheinmetall) nach enttäuschenden Zahlen um fast 7 Prozent auf 35,37 Euro ab. Vorzugsaktien von ProSiebenSat.1 (ProSiebenSat1 Media vz) dagegen waren dagegen mit plus 6,18 Prozent der mit Abstand größte Gewinner. Der TV-Konzern bleibt nach einem starken dritten Quartal auf Rekordkurs. Einem Händler zufolge hat der Konzern die Markterwartungen auf allen Ebenen übertroffen und auch einen positiven Start ins vierte Quartal vermeldet.

 

PFEIFFER UND Q-CELLS IM TECDAX BESONDERS STARK BEWEGT

 

    Im TecDax dagegen enttäuschte der Spezialpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum (Pfeiffer Vacuum Technology) mit seinem dritten Quartal und einer gesenkten Jahresprognose. Die Titel rutschten um rund 4,71 Prozent ab. Q-Cells dagegen schnellten als bester Technologiewert um 15,60 Prozent hoch. Das Photovoltaik-Unternehmen wird in Brandenburg-Briest Europas größten Solarpark bauen./tih/ck

 

    --- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

 

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