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09.11.2011 12:08

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Aktien Frankfurt: Dax mit deutlichen Verlusten - Händler: Unsicherheit belastet

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Zweifel an einem raschen Schuldenabbau in Italien sowie Sorgen wegen neuer Hinweise auf ein iranisches Atomwaffen-Programm haben den Dax (DAX) deutlich ins Minus gedrückt. Zum Auftakt hatte noch die Rücktrittsankündigung von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi für kräftige Gewinne gesorgt. Eine Veränderung in der italienischen Regierung ändere nichts an den massiven finanziellen Problemen des Landes, hieß es von Marktteilnehmern.

 

    Der Dax fiel zuletzt um 1,94 Prozent auf 5.845,61 Punkte. Für den MDAX (MDAX) ging es um 1,65 Prozent auf 8.914,75 Punkte abwärts und auch der TecDax (TecDAX) gab 1,03 Prozent ab auf 695,27 Punkte. Ein Händler verwies für die Verluste am Markt nun vor allem auf die steigenden Renditen auf italienische Staatsanleihen. Diese "rennen plötzlich wieder nach oben und das löst große Sorgen am Aktienmarkt aus", sagte er. Handelsvorstand Florian Weber von der Schnigge Wertpapierhandelsbank machte vor allem die politische Unsicherheit im Iran als einen der Hauptbelastungsfaktoren aus. "Die aktuelle Situation ist nicht von Berlusconi abhängig, viel stärker tut die Lage im Iran weh." Aus aktuellen Berichten hieß es, dass der Iran zumindest bis 2010 an einer Atombombe gebastelt habe. Zudem betonte Präsident Mahmud Ahmadinedschad inzwischen, dass der Iran sein Atomprogramm fortsetzen werde.

 

    Weber verwies außerdem noch darauf, dass die Wachstumsaussichten für Deutschland noch einmal deutlich gesenkt wurden. Diese Gemengelage zusammen mit Griechenland und Italien sorge dafür, dass Anleger derzeit aus dem Markt rausgingen.

 

'FANTASTISCHE' ZAHLEN SCHIEBEN DEUTSCHE POST AN

 

    Auf Unternehmensseite nahm hierzulande die Berichtssaison noch einmal deutlich Fahrt auf. Insgesamt bewertet Weber von Schnigge die bisherige Berichtssaison hierzulande als durchwachsen. Eine klare Richtung liefere sie nicht.

 

    Aus dem Dax legten Eon , die Deutsche Post und Henkel (Henkel vz) Zahlen vor. Aus der zweiten Reihe berichteten unter anderem Klöckner & Co (KlöCo) (KloecknerCo) und Hannover Rück über ihr abgelaufenes Quartal. Die Deutsche Post konnte mit "fantastischen" Zahlen punkten, wie ein Börsianer sagte. Das hievte die Aktien mit einem Plus von mehr als vier Prozent an die Dax-Spitze.

 

    Die Zahlen des größten deutschen Versorgers Eon fielen laut Händlereinschätzungen in etwa wie erwartet aus. Die Aktien drehten aber mit dem Markt und fielen um rund anderthalb Prozent. Henkel (Henkel vz) steigerte im dritten Quartal seinen Umsatz, verdiente unter dem Strich aber weniger. Händler sprachen von einer gewissen Enttäuschung. Die Aktien sackten um 5,47 Prozent auf 41,185 Euro ab und waren damit der größte Verlierer im Leitindex.

 

KUKA; SYMRISE NACH ZAHLEN GEGEN DEN TREND SEHR FEST

 

    Die Aktien des Stahlhändlers KlöCo gehörten nach schwächeren Gewinnen und einem als enttäuschend eingestuften Ausblick zu den größten Verlierern im MDax. Die Titel der weiteren Berichtsunternehmen Kuka , Symrise und Hannover Rück (Hannover Rueckversicherung) hielten sich nach ihren vorgelegten Quartalsberichten allesamt besser als der MDax. Die Papiere von Kuka verteuerten sich um mehr als zweieinhalb Prozent. Die Ergebnisse des Roboter- und Anlagenbauers hätten die durchschnittlichen Marktschätzungen übertroffen und die Auftragslage sei ebenfalls noch besser als erwartet, hieß es von Händlern.

 

    Als "gemischt" bezeichneten Börsianer dagegen die Zahlen von Symrise. Die Erwartungen beim Umsatz habe das Unternehmen verfehlt, kommentierte ein Händler. Zudem habe der Aromen- und Duftstoffhersteller die Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr gesenkt. Mit einem Plus von mehr als vier Prozent gehörten die Papiere dennoch zu den Favoriten im MDax. Der Rückversicherer Hannover Rück konnte mit seinem Ergebnis positiv überraschen und hält weiter Kurs auf seine Jahresziele.

 

DRILLISCH SETZEN ERHOLUNG WEITER FORT

 

    Im TecDax setzten die Drillisch-Aktien (Drillisch) ihre Erholung vom Vortag weiter fort und verteuerten sich um knapp sechs Prozent. Im Streit der Deutschen Telekom (Deutsche Telekom) mit einem Tochterunternehmen des Mobilfunk-Serviceproviders verlangt der Bonner Konzern mindestens 1,3 Millionen Euro an Provisionszahlungen zurück, kündigte die Telekom am Dienstag an. Sie wirft Drillisch Provisionsbetrug vor, kündigte die Verträge fristlos und erstattete am Montag Strafanzeige in Hanau. Anteilsscheine von Jenoptik (JENOPTIK) gaben etwa ein halbes Prozent ab. Der Technologiekonzern ist dank einer guten Auftragslage vor allem aus der Automobilindustrie auf dem Weg zu einem Spitzenjahr./rum/ck

 

    ---Von Henrietta Rumberger, dpa-AFX---

 

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