05.06.2012 14:51
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Aktien Frankfurt: Dax nach Achterbahnfahrt im Minus - Schwache Konjunkturdaten

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche und europäische Konjunkturdaten haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag erneut belastet. Nach einem positiven Handelsauftakt über der psychologisch wichtigen Marke von 6.000 Punkten drehte der deutsche Leitindex Dax (DAX) rasch ins Minus und verlor bis zum Nachmittag 0,58 Prozent auf 5.943,80 Punkte. Der MDAX (MDAX) sank um 0,51 Prozent auf 9.666,31 Punkte und der TecDax gab 0,41 Prozent auf 710,95 Punkte nach.

 

    Deutsche und europäische Konjunkturdaten sowie die Verunsicherung vor der Griechenland-Wahl belasteten den Markt. Im Euroraum war die Wirtschaftsstimmung im Mai so schlecht wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Zudem waren die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone im April überraschend stark gefallen. In dieses Bild passte auch, dass die am Mittag bekanntgegeben Auftragseingänge der deutschen Industrie im April deutlicher gefallen waren, als von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte erwartet hatten.

 

POST MUSS STEUERN NACHZAHLEN, UNREGELMÄßIGKEITEN BEI EON

 

    Die Anleger seien auch wegen der näher rückenden Griechenland-Wahl verunsichert, sagte Marktanalyst Markus Kraus von GKFX Deutschland. Hinzu kämen die Sorgen um die spanische Sparkasse Bankia. Das Kreditinstitut benötige wohl mehr Kapital als angenommen, fügte Kraus hinzu. Zum Handelsstart hätten positive Vorgaben aus Übersee und hoffnungsvolle Signale von der anstehenden Telefonkonferenz der G7-Finanzminister den Markt noch gestützt, sagte Marktanalyst Gregor Kuhn von IG Markets.

 

    Die Papiere der Deutschen Post (Deutsche Post) gaben zuletzt zwar 0,27 Prozent nach, notierten damit aber deutlich besser als der Markt. Wegen einer Steuernachzahlung rechnet der Logistikkonzern zwar mit einer Belastung beim Gewinn vor Zinsen und Steuern von 180 Millionen Euro. Ein Analyst sah die "geringe Gewinnbelastung" aber gelassen. Die bestätigte Unternehmensprognose zeige, dass das operative Geschäft sehr solide laufe.

 

LUFTHANSA SCHWACH - HHLA ABGESTUFT

 

    Die Aktien der Lufthansa (Deutsche Lufthansa) verloren 2,22 Prozent und waren damit einer der schwächsten Werte im Dax. Die australische Fluggesellschaft Qantas hatte zuvor angekündigt, dass ihr Gesamtjahresgewinn wegen Verlusten auf internationalen Strecken sowie hoher Treibstoffkosten um bis zu 91 Prozent sinken könnte. Zudem hatte Christoph Franz, der Chef der Fluggesellschaft, in einem Interview mit der "Börsenzeitung" gesagt, dass die großen Fluggesellschaften wegen der Konsolidierung der Branche noch größer werden. Das sei zwar kein unmittelbarer Kurstreiber, sollte aber als Hinweis betrachtet werden, dass die Lufthansa auch über Akquisitionen nachdenken werde, sagte ein Börsianer.

 

    Zu den größten Verlierern im Dax zählten auch Papiere der Deutschen Börse (Deutsche Boerse) und von Eon . Der Versorger hatte zuvor mitgeteilt, dass bei einem ehemaligen Mitarbeiter im Handelsbuch "Unregelmäßigkeiten" festgestellt worden seien. Diese Auffälligkeiten im Energiehandel könnten den größten deutschen Strom- und Gasversorger offenbar in niedrigerer zweistelliger Millionenhöhe belasten. Die Analysten der Deutschen Bank stuften die Aktien des Hafenlogistikers HHLA (Hamburger Hafen und Logistik) von "Buy" auf "Hold" ab und senkten das Kursziel von 34,00 auf 19,00 Euro. Zuletzt verloren die Titel 0,34 Prozent. Spitzenreiter im Index mittelgroßer Werte waren die Papiere der Aareal Bank, die 2,04 Prozent stiegen.

 

JENOPTIK ENGT GEWINNPROGNOSE EIN

 

    Entgegen dem Markttrend legten die Aktien des Solarunternehmens Centrotherm Photovoltaics (centrotherm photovoltaics) 7,63 Prozent zu, obwohl Experten mit einem Ausschluss aus dem TecDax rechnen. Direkt dahinter standen die Titel von Jenoptik (JENOPTIK)(JENOPTIK) mit plus 4,49 Prozent. Der Technologiekonzern hatte zuvor aufgrund weiterhin gut laufender Geschäfte die Spanne für seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr auf den oberen Bereich eingeengt. Evotec zogen nach einer Erfolgsprämie durch Boehringer Ingelheim um mehr als drei Prozent an./mis/edh

 

    --- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---

 

 

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