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16.03.2011 12:11

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Aktien Frankfurt: Dax rutscht ins Minus - Weiter Nervosität wegen Japan

Volkswagen vz zu myNews hinzufügen Was ist das?


    FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einer anfänglichen Stabilisierung ist der Dax (DAX) am Mittwoch wieder ins Minus gerutscht. Gute Vorgaben aus Übersee hatten dem deutschen Leitindex eine Erholung vom Kursrutsch der vergangenen Tage ermöglicht. Gegen Mittag verlor er 0,45 Prozent auf 6.617,65 Punkte. Der MDAX (MDAX) der mittelgroßen Werte behauptete immerhin Gewinne von 0,09 Prozent auf   9.637,45 Punkte, und der TecDax (TecDAX) notierte zuletzt noch 0,45 Prozent höher bei 871,23 Punkten.

 

    Börsianer sprachen von einem anhaltend nervösen Handel. Es fehlten die positiven Nachrichten, um den Markt nachhaltig nach oben zu treiben. Die Lage im Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima Eins in Japan eskaliert weiter. Im frühen Handel hatten Schnäppchenjäger nach der Erholung am japanischen Markt dennoch das ermäßigte Niveau zum Einstieg genutzt. Analyst Andre Saenger von IG Markets hatte schon am Morgen bezweifelt, dass die Erholung an den asiatischen Märkten bereits das Ende der Abwärtsbewegung darstellt. Neben den neuesten Entwicklungen in Japan stehen einige Unternehmensbilanzen sowie am Nachmittag noch Konjunkturdaten aus den USA im Fokus.

 

PORSCHE TROTZ KLAGEN ERHOLT - AUSBLICK BELASTET WACKER CHEMIE

 

    Für die Porsche-Titel ging es trotz Berichten über weitere Klagen in den USA durch zwei Hedge-Fonds um 0,70 Prozent auf 51.630 Euro hoch. Von einem Börsianer hieß es, dies gefährde wegen der schwelenden Unsicherheit die geplante Kapitalerhöhung und die Fusion des Sportwagenbauers mit Volkswagen (VW). Dessen Nutzfahrzeugsparte hat im vergangenen Jahr die Wende geschafft und operativ das beste Ergebnis der Markengeschichte erzielt. Die im Dax (DAX) gelisteten VW-Vorzüge (Volkswagen vz) gewannen 0,50 Prozent auf 109,50 Euro.

 

    Am MDax-Ende mussten die Aktien von Wacker Chemie trotz der angekündigten kräftigen Dividendenaufstockung Verluste von 4,97 Prozent auf 139,60 Euro hinnehmen. Die Aktionäre des Halbleiter-Zulieferers und Chemiekonzerns sollen nach dem Rekordjahr 2010 mit 3,20 Euro je Aktie eine im Vergleich zum Vorjahr um zwei Euro höhere Dividende erhalten. Dies stieß bei Börsianern zwar auf Beifall. Die endgültigen Zahlen für das vergangene Jahr enthielten aber keine großen Überraschungen, hieß es weiter. Ein anderer kritisierte den Ausblick auf ein stabiles operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Hier hätten Analysten bisher ein moderates Plus erwartet.

 

GILDEMEISTER SEHR FEST: KAPITALERHÖHUNG KEINE ÜBERRASCHUNG

 

    Die Aktien von Gildemeister (GILDEMEISTER) gewannen hingegen ungeachtet der Ankündigung von zwei Kapitalerhöhungen 4,96 Prozent auf 15,035 Euro. Händler verwiesen darauf, dass die Maßnahmen bereits seit Monaten bekannt und deshalb keine Überraschung mehr sind. Nachdem die Papiere des Werkzeugmaschinenherstelle rs am Dienstag unter Druck gestanden hätten, gebe es nun eine positive Kursreaktion. Der japanische Partner Mori Seiki, der über die komplette Zeichnung von 4,6 Millionen neuen Aktien seine Beteiligung ausbaut, zahle für die Papiere einen Aufschlag, betonten Börsianer. Darüber hinaus beabsichtigt Gildemeister in Abhängigkeit vom Kapitalmarktumfeld zeitnah eine weitere Kapitalerhöhung, an der sich Mori Seiki ebenfalls beteiligen wird.

 

    Über satte Kursgewinne von 10,32 Prozent auf 5,911 Euro konnten sich im TecDax die Aktionäre von Adva Optical Networking (ADVA) freuen. Händler verwiesen auf ein Interview mit Konzernchef Brian Protiva, in dem er dem "Deutschen Anleger Fernsehen DAF" sagte, sein Unternehmen könnte vom Partner Juniper Networks übernommen werden oder mit ihm fusionieren. "Das wird die Übernahmespekulationen auf jeden Fall anheizen", kommentierte ein Händler. Zudem habe sich Protiva positiv über die mittelfristigen Ziele für die EBIT-Marge geäußert, was ebenfalls stütze, auch wenn diese schwer erreichbar erschienen.

 

DIVIDENDE HILFT DRÄGERWERK - KOOPERATION STÜTZT MORPHOSYS

 

    Die Drägerwerk-Vorzüge (Draegerwerk vz) erholten sich nach dem jüngsten Rückschlag ebenfalls kräftig um 4,96 Prozent auf 59,880 Euro. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller will nach dem Rekordjahr 2010 auch eine deutlich höhere Dividende von 1,19 Euro je Vorzugsaktie nach nur 0,40 Euro im Vorjahr bezahlen. Das vergangene Jahr schloss Drägerwerk vor allem dank florierender Geschäfte in der Region Amerika und Asien-Pazifik mit neuen Bestmarken bei Ergebnis- und Umsatz ab. Das Biotechnologie-Unternehmen Morphosys (MorphoSys) teilte mit, gemeinsam mit Deutschlands zweitgrößtem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim Antikörper entwickeln zu wollen. Die Zusammenarbeit beinhalte die Prozessentwicklung und Herstellung von klinischem Material für Morphosys firmeneigenes Entwicklungsprogramm MOR208 sowie andere Wirkstoffkandidaten. Die Papiere legten um 0,71 Prozent auf 18,330 Euro zu./gl/rum

 

    --- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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