13.12.2012 12:02
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Aktien Frankfurt: Dax schwächelt nach Fünfjahreshoch

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Fünfjahreshoch vom Vortag ist es für den Dax (DAX) am Donnerstag bergab gegangen. Bis zum Mittag verlor der deutsche Leitindex 0,59 Prozent auf 7.569,49 Punkte. Zur Wochenmitte hatte er seine jüngste Rally mit einem Schlussstand über 7.600 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit Anfang 2008 gekrönt. Auch die anderen Indizes rutschten am Donnerstag in die Verlustzone: Der MDAX (MDAX) sank um 0,73 Prozent auf 11.864,32 Punkte, während der TecDax (TecDAX) um 0,41 Prozent auf 832,37 Punkte abgab.

 

    Die Fed hatte am Vorabend mit der Ankündigung weiterer Anleihekäufe die Anleger zwar nicht enttäuscht. Diese waren jedoch bereits auf zusätzliche Weihnachtsgeschenke vorbereitet. Analystin Katrin Ehling von X-Trade Brokers sieht indes in der zurückgeschraubten Wachstumsprognose wie bereits für die Wall Street auch für den Dax eine leichte Belastung. Zudem steuerten die USA wegen der anhaltenden Blockade der gegnerischen politischen Lager im Haushaltsstreit "geradewegs auf eine Fiskalklippe zu". Auch Händler Markus Huber von ETX Capital sieht den Aktienmarkt im Spannungsfeld zwischen den Fed-Maßnahmen und der Patt-Situation im US-Haushaltsstreit gefangen, was zu Gewinnmitnahmen führe.

 

    Die Auktionen italienischer und spanischer Staatsanleihen am Vormittag verliefen problemlos: Die beiden Euro-Problemländer stießen auf eine gute Nachfrage und konnten sich zu günstigeren Renditen refinanzieren, als sie ihren Schuldnern zuletzt hatten bieten müssen. Spanien gelang es zudem, erstmals seit gut eineinhalb Jahren eine Anleihe mit dreißigjähriger Laufzeit zu platzieren. Am Nachmittag steht dann noch eine Reihe von US-Daten auf der Agenda.

 

BERICHT BELASTET THYSSENKRUPP - AURUBIS FESTER NACH ZAHLEN

 

    Am Dax-Ende büßten die ThyssenKrupp-Aktien (ThyssenKrupp) nach einem Bericht über eine Schadensersatzforderung der Bahn mehr als zwei Prozent ein. Dass der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal öffentlich Interesse an dem zum Verkauf stehenden US-Stahlwerken des angeschlagenen Industriekonzerns bekundete, half den Papieren nicht.

 

    Im MDax zeigten sich die Aktien von Aurubis von Zahlen bewegt und gewannen zuletzt mehr als ein halbes Prozent. Im Vormittagshandel hatten sie dagegen noch überwiegend im Minus notiert. Der führende europäische Kupferkonzern konnte den Gewinn vor Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 (Ende September) leicht steigern und blickt verhalten optimistisch auf das kommende Jahr. Zudem soll die Dividende auf 1,35 (1,20) Euro je Aktie erhöht werden. Händler sprachen von erwartungsgemäß unspektakulären Zahlen. Zudem klinge der Ausblick wie immer zu Beginn eines neuen Geschäftsjahres noch recht vage. Der Dividendenvorschlag sehe etwas besser als erwartet aus.

 

RWE LEIDEN UNTER ABSTUFUNGEN - KAUFEMPFEHLUNG HILFT HOCHTIEF

 

    Da es sonst keine bewegenden Unternehmensnachrichten gab, sorgten einmal mehr Analystenkommentare für Bewegung. Im Dax büßten RWE knapp zwei Prozent ein, nachdem sowohl die US-Bank Morgan Stanley als auch deren japanischer Konkurrent Nomura die Titel des Energiekonzerns abgestuft hatten. Nomura senkte zudem das Votum für den RWE-Rivalen Eon , dessen Aktien daraufhin um über ein halbes Prozent nachgaben. Hochtief (HOCHTIEF) legten hingegen als MDax-Spitzenreiter um gut ein Prozent zu, nachdem Berenberg die Titel des Baukonzerns nun zum Kauf empfiehlt und das Kursziel erhöhte. Analyst Chris Moore hob seine Gewinnprognosen an und sieht kurzfristig zahlreiche Kurstreiber.

 

    Die Papiere des im SDax (SDAX) gelisteten Online-Reifenhändlers Delticom wurden von Abstufungen belastet und büßten mehr als sechs Prozent ein. Die US-Bank Citigroup strich ihr Kaufvotum und bewertet die Aktie nur noch neutral, während die Commerzbank nun eine "Reduce"-Empfehlung ausspricht. Angesichts gesunkener Volumen- und Preisprognosen stampfte Citigroup-Experte Philip Watkins seine Gewinnschätzungen bis 2014 um bis zu 35 Prozent ein. Delticom könne vermutlich ein Margenniveau von sieben bis acht Prozent wie vor dem Börsengang des Unternehmens halten, doch die Zeiten von rund elf Prozent seien vorbei, schrieb der Experte./gl/rum

 

    --- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

 

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