13.12.2012 14:58
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Aktien Frankfurt: Dax schwächelt nach Fünfjahreshoch

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Fünfjahreshoch vom Vortag ist es für den Dax (DAX) am Donnerstag moderat bergab gegangen. Am Nachmittag verlor der deutsche Leitindex 0,39 Prozent auf 7.585,30 Punkte. Damit zeigte er sich aber immerhin etwas erholt von seinem Tagestief, was Händler Markus Huber von ETX Capital auf positiv aufgenommene Auktionen italienischer und spanischer Staatsanleihen zurückführte. Zudem gab es mehrheitlich erfreuliche Konjunkturdaten aus den USA. Zur Wochenmitte hatte der Dax seine jüngste Rally mit einem Schlussstand über 7.600 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit Anfang 2008 gekrönt. Auch die anderen Indizes rutschten am Donnerstag in die Verlustzone: Der MDAX (MDAX) sank um 0,53 Prozent auf 11.889,14 Punkte, während der TecDax (TecDAX) um 0,29 Prozent auf 833,38 Punkte nachgab.

 

    Die Fed hatte am Vorabend mit der Ankündigung weiterer Anleihekäufe die Anleger zwar nicht enttäuscht. Diese waren jedoch bereits erwartet worden. Analystin Katrin Ehling von X-Trade Brokers sieht indes in der zurückgeschraubten Wachstumsprognose wie bereits für die Wall Street auch für den Dax eine leichte Belastung. Zudem steuerten die USA wegen der anhaltenden Blockade der gegnerischen politischen Lager im Haushaltsstreit "geradewegs auf eine Fiskalklippe zu". Auch ETX-Experte Huber sieht den Aktienmarkt im Spannungsfeld zwischen den Fed-Maßnahmen und der Patt-Situation im US-Haushaltsstreit gefangen, was zu Gewinnmitnahmen führe.

 

    Die Anleihe-Auktionen in Italien und Spanien verliefen problemlos: Die beiden Euro-Problemländer stießen auf eine gute Nachfrage und konnten sich zu günstigeren Renditen refinanzieren, als sie ihren Schuldnern zuletzt hatten bieten müssen. Spanien gelang es zudem, erstmals seit gut eineinhalb Jahren eine Anleihe mit dreißigjähriger Laufzeit zu platzieren. In den USA gingen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stärker als erwartet zurück. Die Erzeugerpreise sanken im November so stark wie seit einem halben Jahr nicht mehr, während der Anstieg der Einzelhandelsumsätze hinter den Erwartungen zurückblieb. Später stehen noch Lagerbestandsdaten auf der Agenda.

 

NEGATIVE AUSSAGEN BELASTEN DEUTSCHE BANK - BERICHT DRÜCKT THYSSEN

 

    Negative Aussagen drückten die Titel der Deutschen Bank (Deutsche Bank) mit einem Minus von knapp drei Prozent ans Dax-Ende. Der deutsche Branchenführer rechnet wegen des anstehenden Konzernumbaus im Schlussquartal mit hohen Belastungen. Sondereffekte werden sich signifikant negativ auf den Gewinn des Instituts auswirken, teilte das Kreditinstitut mit. Insgesamt sei das vierte Quartal bislang vom anhaltend schwierigen Umfeld geprägt, wobei es in den Kerngeschäftsfeldern im Oktober und November "solide operative Ergebnisse" gegeben habe. An ihren Kapitalzielen hielt die Bank fest, die zuletzt mit einer Razzia wegen eines möglichen Steuerbetrugs in den Fokus geraten war.

 

    Die ThyssenKrupp-Aktien (ThyssenKrupp) büßten nach einem Bericht über eine Schadensersatzforderung der Bahn und einer drohenden Abstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratinagentur Moody's mehr als anderthalb Prozent ein. Dass der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal öffentlich Interesse an dem zum Verkauf stehenden US-Stahlwerken des angeschlagenen Industriekonzerns bekundete, half den Papieren nicht.

 

AURUBIS FESTER NACH ZAHLEN - STUDIEN BEWEGEN RWE UND HOCHTIEF

 

    Im MDax zeigten sich die Aktien von Aurubis von Zahlen bewegt und gewannen zuletzt 0,23 Prozent. Im Vormittagshandel hatten sie dagegen noch überwiegend im Minus notiert. Der führende europäische Kupferkonzern konnte den Gewinn vor Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 (Ende September) leicht steigern und blickt verhalten optimistisch auf das kommende Jahr. Zudem soll die Dividende auf 1,35 (1,20) Euro je Aktie erhöht werden. Händler sprachen von erwartungsgemäß unspektakulären Zahlen. Zudem klinge der Ausblick wie immer zu Beginn eines neuen Geschäftsjahres noch recht vage. Der Dividendenvorschlag sehe etwas besser als erwartet aus.

 

    Ansonsten sorgten einmal mehr Analystenkommentare für Bewegung. Im Dax büßten RWE mehr als zwei Prozent ein, nachdem sowohl die US-Bank Morgan Stanley als auch deren japanischer Konkurrent Nomura die Titel des Energiekonzerns abgestuft hatten. Nomura senkte zudem das Votum für den RWE-Rivalen Eon , dessen Aktien daraufhin um mehr als ein halbes Prozent nachgaben. Hochtief (HOCHTIEF) legten hingegen als MDax-Spitzenreiter um knapp zwei Prozent zu, nachdem Berenberg die Titel des Baukonzerns nun zum Kauf empfiehlt und das Kursziel erhöhte. Die Papiere des im SDax (SDAX) gelisteten Online-Reifenhändlers Delticom wurden von Abstufungen belastet und büßten mehr als sechs Prozent ein. Die US-Bank Citigroup strich ihr Kaufvotum und bewertet die Aktie nur noch neutral, während die Commerzbank nun eine "Reduce"-Empfehlung ausspricht./gl/mis

 

    --- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

 

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