FRANKFURT (dpa-AFX) - Positive Impulse aus China und durch eine gemeinsame Notenbanken-Aktion haben den
Dax (
DAX) am Mittwoch kräftig nach oben in Richtung 6.100 Punkte getrieben. Damit konnte er an seine Gewinne der vergangenen drei Handelstage nahtlos anknüpfen. Nach einem schwächeren Start verhalf zuerst eine von China angekündigte Lockerung der Geldpolitik zu deutlichen Gewinnen. Dass die Europäische Zentralbank, die US-Notenbank Fed und weitere wichtige Zentralbanken mit einer abgestimmten Aktion zur Entspannung der Finanzmärkte in den Geldmarkt eingriffen, katapultierte den deutschen Leitindex dann noch weiter hoch. Zudem gab es vor dem monatlichen
US-Arbeitsmarktbericht am Freitag bereits erste positive Daten aus dem Privatsektor.
Am Nachmittag stand das deutsche Börsenbarometer bei 6.093,57 Punkten, was ein Plus von 5,06 Prozent war. Die mehr als elfprozentigen Verluste seiner bis zum vergangenen Freitag währenden neuntägigen Talfahrt konnte er damit inzwischen wieder mehr als wettmachen. Der MDAX (MDAX) stieg um 3,17 Prozent auf 8.885,53 Punkte und der TecDax (TecDAX) rückte um 1,33 Prozent auf 693,87 Punkte vor. Auch in ganz Europa stiegen die Indizes kräftig: Der Eurostoxx 50 (EuroSTOXX 50) etwa gewann 3,91 Prozent hinzu.
Zum Vorhaben Chinas, den Mindestreservesatz zu senken, sagte Marktanalyst Jochen Intelmann von der Hamburger Sparkasse: "Der Schritt wird sehr positiv gesehen, denn das könnte ein Impulsgeber für andere Länder sein und ist daher eine gute Botschaft für die Weltkonjunktur." Zur Notenbanken-Aktion sagte ein Händler, dass diese Maßnahme zwar Euphorie ausgelöst habe, aber nur kurzfristig Entspannung bringen dürfte. "Das löst nicht die Vertrauenskrise. Die kann nur von der Politik beeinflusst werden, und zwar auf dem Ende der nächsten Woche anstehenden EU-Sondergipfel."
BANKENWERTE IM FOKUS: NUN KRÄFTIG IM PLUS
Im Dax notierten sämtliche 30 Werte im Plus. Größter Gewinner waren ThyssenKrupp mit einem Aufschlag von knapp sieben Prozent. Insbesondere aber standen die Aktien der Banken im Blick: Die Titel der Deutschen Bank (Deutsche Bank) gewannen an zweiter Stelle 6,14 Prozent auf 28,605 Euro und konnten damit Sorgen wegen des durch die Ratingagentur S&P gesenkten Kreditwürdigkeitsausblicks abschütteln. Die Anteilsscheine der Commerzbank, die zuvor ebenfalls darunter gelitten hatte, dass S&P zahlreiche Banken in den USA und Europa abgestuft hatte, stiegen um 3,37 Prozent auf 1,379 Euro. Auch die Titel der Aareal Bank aus dem MDax fanden ins Plus und stiegen um etwas mehr als fünf Prozent.
Ansonsten gab es an diesem Tag wenig allgemeines Interesse an Einzelwerten. Die Titel von GSW Immobilien legten nach laut Händlern "unspektakulären Neunmonatszahlen" um 1,75 Prozent auf 22,995 Euro zu. Nach einem Gewinnsprung in den ersten neun Monaten bekräftigte das Immobilien-Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr. Commerzbank-Analyst Thomas Rothäusler senkte nun sein Anlageurteil für die Aktien von "Buy" auf "Add", hob aber zugleich das Kursziel von 24,00 auf 26,00 Euro an./ck/tih
--- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---