FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt präsentiert sich auch am Donnerstagnachmittag im vorweihnachtlich dünnen Handel fest. Der
Dax (
DAX) bewegte sich nach dem klaren Anstieg im frühen Geschäft nur noch seitwärts und notierte zuletzt 0,93 Prozent höher auf 5.845,61 Punkten. Der
MDAX (
MDAX) kletterte um 0,59 Prozent auf 8.769,34 Punkte und der
TecDax (
TecDAX) rückte um 1,07 Prozent auf 673,67 Punkte vor.
Auf die soeben veröffentlichten, besser als erwartet ausgefallenen US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung reagierte der deutsche Leitindex mit einem kleinen Schwenk nach unten. Die verbliebenen Marktakteure warteten nun auf weitere Signale einer Erholung der US-Wirtschaft, sagten Händler und verwiesen auf die am Nachmittag anstehende Bekanntgabe der Frühindikatoren und des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan.
Der Markt erhole sich von seinen Vortagesverlusten von zeitweise bis zu zwei Prozent, kommentierte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank. Zudem werde der Dax vom guten technischen Chartbild gestützt, das auf eine Jahresendrally von etwa 200 bis 300 Punkten hindeute. Die Entwicklung der Börsenkurse gleiche eher einem täglichen Münzenwerfen, als dass die Notierungen fundamental getrieben würden, sagte der Experte.
LUFTHANSA VERKAUFT SORGENKIND BMI
Die Lufthansa-Aktien (Deutsche Lufthansa) gewannen 1,15 Prozent auf 9,130 Euro und gehörten damit zu den gefragtesten Werten im Dax. Zuvor hatte die Fluggesellschaft mitgeteilt, ihre verlustträchtige Tochter British Midland an den Konkurrenten IAG (Borland Software) zu verkaufen. Der Bruttokaufpreis von 172,5 Millionen Pfund (207 Millionen Euro) liege am oberen Ende der Erwartungen, sagte ein Händler. Der Nettokaufpreis werde jedoch voraussichtlich deutlich negativ ausfallen.
Nach Vorlage von unerwartet guten Quartalszahlen kletterten die Südzucker-Papiere (Suedzucker) um 1,73 Prozent auf 24,385 Euro. Europas größter Zuckerkonzern steigerte den Umsatz zwischen September und November um 19 Prozent. Das operative Ergebnis stieg sogar um knapp 80 Prozent. Die Aktien der SGL Group (SGL Carbon) sind nach dem Vollzug der zuvor angekündigten Anteilserhöhung durch BMW mit einem Minus von 5,81 Prozent auf 37,300 Euro an das Ende des MDax gerutscht. Händler begründeten die Talfahrt des Papiers mit der Ankündigung von BMW, den Anteil in den kommenden zwölf Monaten nicht aufstocken zu wollen.
DROHENDE ZUGESTÄNDNISSE BEI FUSION BELASTEN DEUTSCHE BÖRSE
Nur unterdurchschnittliche Kursgewinne von zuletzt 0,35 Prozent auf 5,721 Euro verbuchten die Aktien des Halbleiterkonzerns Infineon (Infineon Technologies). Händler verwiesen auf die Geschäftszahlen des Konkurrenten Micron Technology als Belastungsfaktor für die Infineon-Papiere. Der Verlust von 0,19 US-Dollar je Micron-Aktie sei größer als erwartet ausgefallen. Auch die Umsätze seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben, hieß es.
Die Aktien der Deutschen Börse bildeten mit einem Verlust von 0,80 Prozent auf 40,145 Euro das Schlusslicht im Dax. Händler machten dafür Medienberichte verantwortlich, wonach die angebotenen Zugeständnisse der Fusionskandidaten Deutsche Börse und NYSE Euronext aus Wettbewerbssicht immer noch nicht ausreichten. Zwar habe der Markt schon einen Großteil der Risiken eingepreist, dennoch belasteten die Spekulationen den Aktienkurs, hieß es./edh/la
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---