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16.03.2011 15:08

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Aktien Frankfurt: Dax zuletzt leicht im Plus - 'Richtung hängt am Liveticker'

Volkswagen vz zu myNews hinzufügen Was ist das?


    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch angesichts der Unsicherheit über die Lage in Japan keine klare Richtung gefunden. Am Nachmittag stand der zwischenzeitlich deutlich ins Minus abgetauchte Dax (DAX) 0,17 Prozent höher bei 6.658,67 Punkten. Vortags hatten die Schreckensmeldungen vom Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima Eins den Leitindex zeitweise auf den niedrigsten Stand seit Oktober gedrückt. Der MDAX (MDAX) der mittelgroßen Werte legte zuletzt um 0,74 Prozent auf 9.699,59 Punkte zu. Der TecDax (TecDAX) gewann 0,66 Prozent auf 873,00 Punkte.

 

    "Derzeit hängt die Marktentwicklung an jeder kleinen Meldung aus Japan", kommentierte Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory das Handelsgeschehen. Der Markt könne geradezu mit der Windrichtung in Japan seine Tendenz ändern. Ähnlich äußerte sich Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank: "Wir werden uns an eine erhöhte Schwankungsbreite des Dax gewöhnen. Im Grunde hängt die Entwicklung vom Liveticker ab." Neben den neuesten Entwicklungen in dem Inselstaat standen am Mittwoch einige Unternehmensbilanzen sowie US-Konjunkturdaten im Fokus.

 

PORSCHE TROTZ KLAGEN ERHOLT - AUSBLICK BELASTET WACKER CHEMIE

 

    Für die Porsche-Titel ging es trotz Berichten über weitere Klagen in den USA durch zwei Hedge-Fonds um bescheidene 0,06 Prozent auf 51,300 Euro hoch. Von einem Börsianer hieß es, dies gefährde wegen der schwelenden Unsicherheit die geplante Kapitalerhöhung und die Fusion des Sportwagenbauers mit Volkswagen (VW). Dessen Nutzfahrzeugsparte hat im vergangenen Jahr die Wende geschafft und operativ das beste Ergebnis der Markengeschichte erzielt. Die im Dax gelisteten VW-Vorzüge (Volkswagen vz) standen 0,05 Prozent höher bei 109,00 Euro.

 

    Am MDax-Ende mussten die Aktien von Wacker Chemie trotz der angekündigten kräftigen Dividendenaufstockung Verluste von 3,23 Prozent auf 142,15 Euro hinnehmen. Die Aktionäre des Halbleiter-Zulieferers und Chemiekonzerns sollen nach dem Rekordjahr 2010 mit 3,20 Euro je Aktie eine im Vergleich zum Vorjahr um zwei Euro höhere Dividende erhalten. Dies stieß bei Börsianern zwar auf Beifall. Die endgültigen Zahlen für das vergangene Jahr enthielten aber keine großen Überraschungen, hieß es weiter. Ein anderer Marktteilnehmer kritisierte den Ausblick auf ein lediglich stabiles operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Hier hätten Analysten ein moderates Plus erwartet.

 

GILDEMEISTER SEHR FEST: KAPITALERHÖHUNG KEINE ÜBERRASCHUNG

 

    Die Aktien von Gildemeister (GILDEMEISTER) gewannen hingegen ungeachtet der Ankündigung von zwei Kapitalerhöhungen 5,69 Prozent auf 15,140 Euro. Händler verwiesen darauf, dass die Maßnahmen bereits seit Monaten bekannt und deshalb keine Überraschung mehr sind. Der japanische Partner Mori Seiki, der über die komplette Zeichnung von 4,6 Millionen neuen Aktien seine Beteiligung ausbaut, zahle für die Papiere einen Aufschlag, betonten Börsianer. Darüber hinaus beabsichtigt Gildemeister in Abhängigkeit vom Kapitalmarktumfeld zeitnah eine weitere Kapitalerhöhung, an der sich Mori Seiki ebenfalls beteiligen wird. Für die Titel der SGL Group (SGL Carbon) ging es um 4,97 Prozent auf 33,145 Euro hoch. Händler verwiesen auf Gerüchte am Markt, wonach der Großaktionär Skion - das Investmentvehikel von BMW-Großaktionärin (BMW) Susanne Klatten - seine Beteiligung an dem Kohlenstoffspezialisten angeblich ausbauen will.

 

    Über satte Kursgewinne von 13,23 Prozent auf 6,067 Euro konnten sich im TecDax die Aktionäre von Adva Optical Networking (ADVA) freuen. Händler verwiesen auf ein Interview mit Konzernchef Brian Protiva, in dem er dem "Deutschen Anleger Fernsehen DAF" sagte, sein Unternehmen könnte vom Partner Juniper Networks übernommen werden oder mit ihm fusionieren. "Das wird die Übernahmespekulationen auf jeden Fall anheizen", kommentierte ein Händler.

 

    Die Drägerwerk-Vorzüge (Draegerwerk vz) erholten sich nach dem jüngsten Rückschlag ebenfalls kräftig um 6,05 Prozent auf 60,500 Euro. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller will nach dem Rekordjahr 2010 auch eine deutlich höhere Dividende von 1,19 Euro je Vorzugsaktie nach nur 0,40 Euro im Vorjahr bezahlen. Das vergangene Jahr schloss Drägerwerk vor allem dank florierender Geschäfte in der Region Amerika und Asien-Pazifik mit neuen Bestmarken bei Ergebnis- und Umsatz ab./gl/ajx

 

    --- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

 

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