FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag im vorweihnachtlich dünnen Handel zugelegt. Der
Dax (
DAX) stieg bis zur Mittagszeit um 1,31 Prozent auf 5.867,26 Punkte und machte damit seine Vortagesverluste wieder mehr als wett. Der
MDAX (
MDAX) kletterte um 1,10 Prozent auf 8.813,89 Punkte und der
TecDax (
TecDAX) rückte um 1,16 Prozent auf 674,28 Punkte vor. Anleger setzten auf weitere Signale einer Erholung der US-Wirtschaft, sagten Händler und verwiesen auf die am Nachmittag anstehende Bekanntgabe der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Frühindikatoren und des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan.
Der Markt erhole sich von seinen Vortagesverlusten von zeitweise bis zu zwei Prozent, kommentierte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank. Zudem werde der Dax vom guten technischen Chartbild gestützt, das auf eine Jahresendrally von etwa 200 bis 300 Punkten hindeute. Allerdings sei der Handel in der Vorweihnachtszeit sehr ruhig und die Entwicklung der Börsenkurse gleiche eher einem täglichen Münzenwerfen, als dass die Notierungen fundamental getrieben würden, fügte Jasper hinzu.
LUFTHANSA VERKAUFT SORGENKIND BMI
Die Lufthansa-Aktien (Deutsche Lufthansa) gewannen 1,58 Prozent auf 9,169 Euro und gehörten damit zu den gefragtesten Werten im Dax. Zuvor hatte die Fluggesellschaft mitgeteilt, ihre verlustträchtige Tochter British Midland (BMI) an den Konkurrenten IAG zu verkaufen. Der Bruttokaufpreis von 172,5 Millionen Pfund (207 Mio Euro) liege am oberen Ende der Erwartungen, sagte ein Händler. Der Nettokaufpreis werde jedoch voraussichtlich deutlich negativ ausfallen.
Nach Vorlage von unerwartet guten Quartalszahlen kletterten die Südzucker-Papiere (Suedzucker) um 1,63 Prozent auf 24,360 Euro. Europas größter Zuckerkonzern steigerte den Umsatz zwischen September und November um 19 Prozent. Das operative Ergebnis stieg sogar um knapp 80 Prozent.
DROHENDE ZUGESTÄNDNISSE BEI FUSION BELASTEN DEUTSCHE BÖRSE
Nur unterdurchschnittliche Kursgewinne von zuletzt 0,63 Prozent auf 5,737 Euro verbuchen die Aktien des Halbleiterkonzerns Infineon (Infineon Technologies). Händler verwiesen auf die Geschäftszahlen des Konkurrenten Micron Technology als Belastungsfaktor für die Infineon-Papiere. Der Verlust von 0,19 US-Dollar je Micron-Aktie sei größer als erwartet ausgefallen. Auch die Umsätze seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben, hieß es.
Die Aktien der Deutschen Börse bildeten mit einem Verlust von 0,21 Prozent auf 40,385 Euro das Schlusslicht im Dax. Händler machten dafür Medienberichte verantwortlich, wonach die angebotenen Zugeständnisse der Fusionskandidaten Deutsche Börse und NYSE Euronext aus Wettbewerbssicht immer noch nicht ausreichten. Zwar habe der Markt schon einen Großteil der Risiken eingepreist, dennoch belasteten die Spekulationen den Aktienkurs, hieß es./edh/ck
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---