FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem wichtigen
US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag hat der
Dax (
DAX) am Freitag wieder Stärke gezeigt. Nach zwei Tagen mit leichten Verlusten überwiegen wieder die Käufer, so die Erklärung von Händler Monoj Ladwa von ETX Capital. Der Leitindex stieg bis zum Mittag um 0,45 Prozent auf 6.123,19 Punkte. Der
MDAX (
MDAX) gewann 0,57 Prozent auf 9.222,34 Punkte, während der
TecDax (
TecDAX) sogar um 1,24 Prozent auf 715,95 Punkte angesprungen ist.
Das Handelsvolumen bleibt Ladwa zufolge allerdings gering - zu präsent seien die Sorgen um die Krise der Eurozone. Analyst Cameron Peacock von IG Markets sieht allerdings in zunehmend positiven Konjunkturdaten aus den USA ein Gegengewicht. Dies galt tags zuvor auch für die ADP-Daten zur Beschäftigung im US-Privatsektor, die als Indikator für den großen Arbeitsmarktbericht gesehen werden und besser als erwartet ausgefallen waren. Experten der Commerzbank sind allerdings skeptisch, ob am heutigen Nachmittag eine ähnlich positive Überraschung gelingen wird.
VERSORGER PROFITIEREN VON JPMORGAN-STUDIE
Im weiter nachrichtenarmen Handel gehörte die Dax-Spitze neben ThyssenKrupp den Aktien der Versorger RWE und Eon mit Zuwächsen von 1,39 Prozent und 1,26 Prozent. Börsianer verwiesen als Kursstütze auf eine Studie von JPMorgan. Hintergrund ist ein bereits zwei Wochen alter Pressebericht aus Russland, wonach der Gasproduzent Gazprom in seinem Budget für dieses Jahr sieben Milliarden Dollar für nachträgliche Zahlungen für Kunden aus Europa eingestellt hat. Dies sei am Markt bislang wohl übersehen worden, so die JPMorgan-Experten.
Bankentitel tendierten nach anfänglicher Erholung indes zuletzt uneinheitlich. Während die Commerzbank-Titel um 0,41 Prozent stiegen, büßten die der Deutschen Bank (Deutsche Bank) im Verlauf 0,07 Prozent ein. Einem Bericht im "Handelsblatt" zufolge gibt es in Brüssel erste Stimmen für eine Verschiebung der neuen Eigenkapital- und Liquiditätsregeln für Banken. Dies hatten Händler positiv beurteilt, da der Sektor gerade wegen Sorgen um den erhöhten Finanzierungsbedarf zuletzt wieder unter Druck stand. Laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kommt der Branchenprimus zudem beim Verkauf von vier Sparten aus dem Kerngeschäftsfeld Vermögensverwaltung rasch voran. Ein Spartenverkauf würde mögliche Finanzsorgen bei der Deutschen Bank weiter abmildern.
ÜBERNAHMEFANTASIE TREIBT MORPHOSYS-PAPIERE AN
Im TecDax standen Morphosys (MorphoSys) klar im Fokus: Die Aktien des Biotechunternehmens sprangen mit plus 9,48 Prozent an die Index-Spitze. Händler verwiesen auf einen Artikel in der "Financial Times Deutschland", der Übernahmefantasie schüre. "In den kommenden Wochen steigen die Chancen, dass sich Novartis Gedanken über eine Übernahme macht", heißt es in der Zeitung. "Eine Übernahme von Morphosys durch Novartis halte ich in den kommenden zwei Jahren eher für unwahrscheinlich", sagte aber Commerzbank Analyst Daniel Wendorff der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Partnerschaft der beiden Unternehmen laufe noch bis 2017, so dass derzeit kein Handlungsdruck für die Schweizer bestehe./ag/ck
--- Von Alexander Gibson, dpa-AFX ---