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26.01.2012 12:08

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Aktien Frankfurt: Gewinne ausgebaut dank neuer Hoffnungen auf Griechenland

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag dank neuer Hoffnungen auf eine Einigung in Griechenland seine Gewinne ausgebaut. Der Dax (DAX), der bereits zuvor von der Fortsetzung der US-Nullzinspolitik und dem überraschend aufgehellten Konsumklima in Deutschland profitiert hatte, stieg bis zum Mittag um 1,26 Prozent auf 6.502,85 Punkte. Damit notierte der Leitindex auf dem höchsten Stand seit August. Für den MDAX (MDAX) der mittelgroßen Werte ging es um 1,59 Prozent auf 9.981,68 Punkte hoch und der Technologiewerte-Index TecDax (TecDAX) gewann 0,95 Prozent auf 746,38 Punkte.

 

    Griechenland und seine privaten Geldgeber arbeiten weiter mit Hochdruck an einer Kompromisslösung zum geplanten Schuldenschnitt für das pleitebedrohte Land. Der Chef des Internationalen Bankenverbandes (IIF), Charles Dallara, soll am Donnerstagabend mit Regierungschef Lucas Papademos und Finanzminister Evangelos Venizelos zusammentreffen. Athen sei optimistisch, dass die Gespräche über den Schuldenschnitt bis zum Wochenende oder spätestens Anfang kommender Woche abgeschlossen werden können, hieß es seitens des Finanzministeriums.

 

    Von Händlern hieß es, ein Bericht über eine baldige Lösung habe dem Markt einen weiteren Schub gegeben. Zudem sprängen die Börsenampeln derzeit charttechnisch auf grün, auch wenn angesichts der bleibenden politischen Unsicherheit in der Eurozone ein plötzlicher Rückschlag nicht auszuschließen sei. Ein Schluss über 6.500 Punkten würde den Dax nachhaltig über einen wichtigen Widerstand schieben und damit neuen Raum nach oben schaffen. Im Handelsverlauf dürften noch Unternehmens- und Konjunkturzahlen aus den USA die weitere Marktrichtung beeinflussen.

 

DEUTSCHE Börse TROTZ GEFAHR FÜR FUSIONSPLÄNE SEHR FEST

 

    Die Aktien der Deutschen Börse zeigten sich vom drohenden Scheitern der Fusionspläne wenig beeindruckt und gewannen 3,85 Prozent auf 45,220 Euro. Händler verwiesen darauf, dass sich am Markt die Meinung durchsetze, die Deutsche Börse werde eigenständig erfolgreicher sein als in einem Verbund mit dem US-Wettbewerber NYSE Euronext (NYSE Group) . Die EU-Kommission wird wie erwartet am kommenden Mittwoch über die geplante Fusion entscheiden - der zuständige EU-Kommissar Joaquín Almunia hatte dies am Dienstag vor Journalisten bestätigt. Wie die "Financial Times Deutschland" am Donnerstag ohne Angaben von Quellen berichtet, haben in einem Vortreffen bereits 25 der insgesamt 27 Kommissare gegen den Zusammenschluss zur weltgrößten Börse votiert.

 

    Die Stahlwerte gehörten zu den größten Gewinnern. Ein Händler verwies darauf, dass der europäische Stahlsektor dank weiter steigender US-Stahlpreise zu den Favoriten der Anleger gehöre. Die ThyssenKrupp-Papiere (ThyssenKrupp) stiegen um 3,83 Prozent auf 21,985 Euro und Salzgitter verteuerten sich um 5,64 Prozent auf 48,150 Euro. Die Commerzbank blieb bei ihrer Kaufempfehlung für beide Aktien und hob zudem das Kursziel für Salzgitter deutlich an. Auch die Titel des weltweiten Marktführers ArcelorMittal entwickelten sich mit Aufschlägen von über zwei Prozent sehr stark

 

    Die Commerzbank-Papiere (Commerzbank) profitierten marktkonform von den Fed-Aussagen und stiegen um 1,21 Prozent auf 1,918 Euro. Für die Lufthansa-Titel (Deutsche Lufthansa) ging es um 4,01 Prozent hoch, nachdem die japanische Großbank Nomura sie hochgestuft hatte und nun eine Kaufempfehlung ausspricht. Die Anteilsscheine von Wacker Chemie gingen nach Zahlen auf Berg- und Talfahrt und verloren zuletzt 1,46 Prozent auf 66,29 Euro. Der Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern enttäuschte laut Börsianern mit seinen Zahlen für das Schlussquartal.

 

    Im TecDax gewannen die Nordex-Titel (Nordex) ungeachtet negativer Nachrichten knapp zwei Prozent an Wert. Händler verwiesen auf einen Artikel in der "Financial Times Deutschland" (FTD), dem zufolge der Windkraftenergie der Zusammenbruch ihres US-Marktes droht. So rechne der Chef der Energiesparte des US-Konzerns General Electric (GE) , Steve Bolze, nach einem kurzen Boom 2012 im kommenden Jahr mit einem "dramatischen Einbruch", da Ende des Jahres eine entscheidende Subvention ausläuft. Mit einer Verlängerung rechnet in der Branche dem Bericht zufolge kaum jemand. Diese Nachrichten seien zwar nicht positiv für die Nordex-Aktie, angesichts von Präsident Obamas Energiepolitik aber auch "keine wirkliche Überraschung", meinte ein Händler./gl/ag

 

    --- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

 

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