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16.02.2012 12:15

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Aktien Frankfurt: Schwach - Griechenland und Moody's sorgen für Verunsicherung

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue Verunsicherung um eine Griechenland-Lösung hat die deutschen Aktienindizes am Donnerstag deutlich ins Minus gedrückt. Belastend hinzu kam die Ankündigung der US-Ratingagentur Moody's, die Kreditwürdigkeit von weit mehr als 100 Geldinstituten auf den Prüfstand zu stellen. Der Dax (DAX) fiel bis zum Mittag um 0,94 Prozent auf 6.694,66 Punkte, nachdem er tags zuvor nur knapp unter seinem Sechsmonatshoch geblieben war. Für den MDAX (MDAX) ging es derweil um 1,30 Prozent auf 10.218,47 Punkte nach unten. Der TecDax (TecDAX) setzte um 1,35 Prozent auf 770,39 Punkte zurück. Er war zur Wochenmitte noch auf den höchsten Stand seit August vergangenen Jahres geklettert.

 

    Die Bundesregierung sieht vor einer Entscheidung über weitere Griechenland-Hilfen noch offene Punkte. Neben der Prüfung der kurzfristig zur Verfügung gestellten Informationen aus Griechenland müssten noch weitere Fragen beantwortet werden, war am späten Mittwochabend aus Berliner Regierungskreisen verlautet. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hatte zuvor nach einer etwa dreistündigen Telefonkonferenz mit den Euro-Ministern für kommenden Montag eine Entscheidung über das neue Griechenland-Paket von mindestens 130 Milliarden Euro angekündigt. Nach Ansicht des Devisenexperten Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank deutet vor allem der dennoch schwache Euro auf einen "Stimmungsumschwung" hin - die Gemeinschäftswährung rutschte wieder unter 1,30 US-Dollar. Die grundlegenden Schwächen der Rettungsmaßnahmen rückten wieder in den Vordergrund, so Leuchtmann. Händlerin Anita Paluch bezeichnete die Aussagen von Moody's zudem als Schlag für die neu gewonnene Zuversicht.

 

BANKEN LEIDEN BESONDERS UNTER MOODYS-AUSSAGEN

 

    Bankentitel litten hierunter besonders, immerhin sind vor allem europäische Spieler wie die Deutsche Bank, die britische HSBC oder die Schweizer UBS in den Fokus von Moody's geraten. Händler werteten die Nachricht als klar negativ. Entsprechend rutschten Papiere des Branchenprimus Deutsche Bank mit minus 2,17 Prozent an das Dax-Ende, Commerzbank-Anteile (Commerzbank) sanken um 1,21 Prozent. Europaweit war der Bankensektor Schlusslicht in der Branchenübersicht.

 

    Lufthansa-Aktien (Deutsche Lufthansa) lagen mit 1,46 Prozent im Minus. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will ihren für Donnerstag geplanten Streik am Frankfurter Flughafen auf den Freitag ausdehnen. Tags zuvor hatte die drohende Arbeitsniederlegung die Papiere weitgehend kalt gelassen. Mit Eon hatte der Leitindex nur einen Gewinner, dessen Aktien um 0,15 Prozent vorrückten.

 

WACKER PROFITIEREN VON CHINA-NACHRICHTEN

 

    Im MDax gelang den Papieren von Wacker Chemie der Dreh ins Plus - zuletzt gewannen sie gar deutliche 2,21 Prozent. Börsianer machten Daten aus China verantwortlich, wonach die Polysilizium-Produktion dort um 30 Prozent gekürzt worden sei. Die Papiere von Wacker reagieren in der Regel sehr deutlich auf solche Nachrichten, hieß es. Im frühen Handel hatten die Anteile des Spezialchemiekonzerns nach Zahlen des US-Konkurrenten MEMC noch im Minus gelegen.

 

    Kabel Deutschland hielten sich mit minus 0,63 Prozent ebenfalls besser als der Markt, nachdem sie am Mittwoch mit plus 3,61 Prozent bereits der Indexfavorit waren. Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber hat im dritten Geschäftsquartal einen Umsatz- und Gewinnanstieg verzeichnet, Börsianer sahen die Markterwartungen erfüllt. Positiv hob ein Händler den Ausblick hervor. Douglas (DOUGLAS) legten um 0,16 Prozent zu. Beim Handelskonzern steht laut einem Pressebericht womöglich der völlige Umbau des Konzerns bevor. Neben der Buchhandelskette Thalia, könnten auch die Modekette AppelrathCüpper sowie die Süßwarenläden Hussel abgespalten werden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ohne genaue Angabe der Quelle./ag/fat

 

    

 

    --- Von Alexander Gibson, dpa-AFX ---

 

 

 

 

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