FRANKFURT(dpa-AFX) - Gewinnmitnahmen haben den
Dax (
DAX) zum Wochenauftakt zeitweise wieder unter die Marke von 6.000 Punkten gedrückt. Nach einem festen Handelsstart in Reaktion auf weitere Schritte im Reformprozess in Italien drehte der Leitindex ins Minus und verlor bis zum Montagnachmittag 0,56 Prozent auf 6.023,33 Punkte. Noch am Morgen hatte er sein Kursplus seit Mittwoch vergangener Woche auf fast 5 Prozent ausbauen können. Der
MDAX (
MDAX) gab um 0,87 Prozent nach auf 9.074,58 Punkte und für den
TecDax (
TecDAX) ging es um 0,68 Prozent nach unten auf 701,94 Punkte.
Am Samstag hatte das Abgeordnetenhaus in Rom als entscheidende Kammer den Weg für das jüngste Reform- und Sanierungsgesetz der Mitte-Rechts-Regierung frei gemacht und so die Bedingung Berlusconis an einen Rücktritt erfüllt. Der 68 Jahre alte Wirtschaftsfachmann Monti nahm die von Staatspräsident Giorgio Napolitano übertragene Aufgabe "unter Vorbehalt" an. Monti will Italien zu einem Element der Stärke und nicht der Schwäche in Europa machen. Das Land werde in einer gemeinsamen Anstrengung aus der Notlage herausfinden. Am Vormittag konnte das Land bei ordentlicher Nachfrage neue Schulden am Markt platzieren - allerdings zu einem deutlich höheren Zinssatz als noch im Oktober.
METRO VON INTERESSE AN KAUFHOF GESTÜTZT - PUMA-UMSATZZIEL STÜTZT ADIDAS
Nach Berichten über neue Interessenten für die zum Verkauf stehende Kaufhof-Tochter stemmten sich Metro-Aktien (METRO) gegen den Trend und legten 0,58 Prozent zu auf 35,675 Euro. Im Investorenrennen um die Warenhauskette scheint die österreichische Immobilienfirma Signa die Nase vorn zu haben.
An der Dax-Spitze gewannen die Aktien von Adidas (adidas) 1,81 Prozent auf 52,89 Euro. Händler verwiesen auf positives Feedback nach einer Investorenveranstaltung in der vergangenen Woche. Zudem hatte es am Wochenende in den Medien Berichte gegeben, wonach Puma (PUMA SE) seinen Umsatz bis 2015 auf vier Milliarden Euro steigern wolle. Händler sagten, das sei auch positiv für Adidas. Weiter hieß es am Markt, die Aktie profitiere auch von der Platzierung von Hugo-Boss-Anteilen (HUGO BOSS vz) zu 68,25 Euro. Anleger dürften teils in Adidas-Papiere ausweichen.
Die Boss-Papiere gehörten nämlich im MDax mit minus 6,34 Prozent auf 68,00 Euro zu den größten Verlierern. Der Mehrheitsaktionär Permira platzierte über die von dem Finanzinvestor kontrollierte Holdinggesellschaft Red & Black 4,5 Millionen Vorzugsaktien bei institutionellen Anlegern.
BAYER TROTZ XARELTO-NEWS SCHWACH - HOCHTIEF SCHLIESST VERLUST NICHT MEHR AUS
Positive Nachrichten zum Gerinnungshemmer Xarelto bescherten den Aktien von Bayer nur anfänglich deutliche Gewinne - zuletzt sanken sie um 1,24 Prozent auf 47,495 Euro. Börsianer zeichneten ein negatives Bild der Analystenkonferenz. Die Fragen der Experten hätten Skepsis bezüglich des Vermarktungspotenzials des Mittels erkennen lassen, hieß es.
Die Hochtief-Papiere (HOCHTIEF) sackten am MDax-Ende um 9,68 Prozent auf 46,16 Euro ab. Der Baukonzern wird sein Flughafen-Geschäft möglicherweise nicht mehr wie geplant in diesem Jahr verkaufen. Für 2011 schließt Hochtief deshalb einen Verlust nicht mehr aus. Zudem korrigierte die seit dem Sommer mehrheitlich zum spanischen Baukonzern ACS gehörende Gesellschaft wegen der konjunkturellen Unsicherheiten die Prognosen für das kommende Jahr.
Q-CELLS-VERLUST SCHICKT AKTIE IN DEN KELLER
Ein unerwartet hoher Quartalsverlust schickte die Aktien von Q-Cells in den Keller: Sie brachen im TecDax um 27,16 Prozent auf 0,845 Euro ein. Die Krise in der Branche belastete das Solarunternehmen auch im dritten Quartal schwer. Die Gesellschaft ist nicht mehr sicher, ob sie eine im Februar fällig werdende Wandelschuldverschreibung vollständig zurückzahlen kann. Zudem verlässt Finanzvorstand Marion Helmes den Konzern an diesem Montag auf eigenen Wunsch. Die Solarworld-Titel (SolarWorld) sackten nach enttäuschenden Zahlen um mehr als 15 Prozent ab./ag/la
---Von Alexander Gibson, dpa-AFX---