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30.01.2012 12:06

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Aktien Frankfurt: Schwächer - EU-Gipfel im Fokus, Zufrieden mit Italien-Auktion

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax (DAX) ist am Montag schwächer in die neue Woche gestartet. Angesichts des anstehenden EU-Gipfels gab der Leitindex im frühen Geschäft deutlich nach, bevor eine zufriedenstellend verlaufene Auktion italienischer Staatsanleihen wieder etwas Druck von den Märkten nahm. Zuletzt fiel der Dax noch um 0,43 Prozent auf 6.483,96 Punkte. Damit blieb er unter der jüngst erst überwundenen Marke von 6.500 Punkten. Der MDAX (MDAX) der mittelgroßen Werte verlor 0,66 Prozent auf 9.874,61 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax (TecDAX) dagegen lag knapp mit 0,12 Prozent im Plus bei 745,47 Punkten.

 

    "Zum Start in die neue Woche sieht die Stimmung nicht mehr ganz so rosig aus wie zuletzt", sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Angesichts der weiterhin ungelösten Griechenland-Frage und dem anstehenden EU-Gipfel sei dies aber nicht verwunderlich: "Die EU-Politiker müssen nun glaubhafte, schnell und effizient umsetzbare Lösungen präsentieren." Neben dem ständigen Rettungsfonds ESM ist der Fiskalpakt ein Kernpunkt des Beratungen der europäischen Staats- und Regierungschefs. Laut Händlern haben Anleger die als zufriedenstellend angesehene Auktion italienischer Staatsanleihen zum Mittag hin für Zukäufe genutzt.

 

GEWINNMITNAHMEN BEI BANKEN

 

    Am Ende des Dax gehörten die Aktien der zuletzt besonders gefragten Finanzwerte zu den größten Verlierern. Börsianern zufolge kommt es zu weiteren Gewinnmitnahmen, zumal der bereits mehrfach erhoffte Durchbruch bei der privaten Beteiligung am Schnuldenschnitt Griechenlands weiter auf sich warten lässt. Aktien der Deutschen Bank (Deutsche Bank) fielen nach einem "Spiegel"-Bericht über drohende Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC um 3,06 Prozent auf 32,485 Euro. Die zuletzt besonders deutlich gestiegenen Commerzbank-Titel (Commerzbank) gaben um 2,60 Prozent nach.

 

    Ferner wirkten sich einige Umstufungen im Dax kursbewegend aus: Die Experten von Morgan Stanley haben ihre Einschätzungen im Versorgersektor überarbeitet. RWE stuften sie von "Equal-weight" auf "Overweight" hoch, weshalb die Papiere mit rund 1,08 Prozent zu den wenigen Gewinnern gehörten. Analyst Bobby Chada sieht eine Trendwende bevorstehen: RWE-Anteile seien unter den günstigsten der integrierten Versorger und die Dividendenrendite auf Basis der Schätzungen für 2013 liege bei über sieben Prozent. Eon dagegen stufte er auf "Equal-weight" ab. Sie lagen knapp mit 0,09 Prozent im Minus.

 

STAHLSEKTOR LEIDET UNTER KLÖCKNER-AUSSAGEN

 

    Im MDax sackten die Aktien von Klöckner & Co (KloecknerCo) um etwas mehr als 6 Prozent auf 11,00 Euro ab. Der Stahlhändler sieht in der aktuell steigenden Nachfrage nach Stahl nur ein kurzes Zwischenhoch. "Wir richten uns darauf ein, dass die Stahlnachfrage in Europa in diesem Jahr um bis zu fünf Prozent sinkt, es kann aber noch schlimmer kommen", wurde Vorstandschef Gisbert Rühl in der "Financial Times Deutschland" (FTD) zitiert. Die übrigen Branchenwerte litten mit unter den Aussagen: ThyssenKrupp büßten als schwächster Dax-Wert 3,65 Prozent ein und Salzgitter verloren im MDax 3,46 Prozent.

 

    Auf Talfahrt begaben sich zudem die Aktien von Hochtief (HOCHTIEF), die um 3,67 Prozent auf 49,155 Euro abrutschten. Händler begründeten dies mit Aussagen zum Ausblick, wonach der Verlust im abgelaufenen Jahr wegen hoher Abschreibungen auf die Australien-Tochter Leighton höher als erwartet ausfallen wird. Analyst Norbert Kretlow von der Commerzbank sprach angesichts der Aussagen von einer "kleinen Gewinnwarnung" für das Jahr 2011. Die Prognose für einen operativen Gewinn im Jahr 2012 hat Hochtief allerdings bestätigt./tih/rum

 

    --- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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