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01.11.2011 14:43

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Aktien Frankfurt: Sorgen um Griechenland verursachen Kurseinbruch

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Euro-Schuldenkrise hat am Dienstag mit dem angekündigten griechischen Referendum neue Nahrung bekommen und die Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt. Der Dax (DAX) sackte um 5,62 Prozent ab auf 5.795,97 Punkte. Seit seinem 12-Wochen-Hoch am Freitag hat der deutsche Leitindex damit etwa mehr als zehn Prozent eingebüßt. Der MDAX (MDAX) fiel um 4,71 Prozent auf 8.648,48 Punkte und der TecDax (TecDAX) gab 5,15 Prozent ab auf 669,31 Punkte.

 

    Marktteilnehmer verwiesen unisono auf die jüngsten Nachrichten aus Athen: Dort hat der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou ein Referendum zu den neuen Hilfszusagen der internationalen Geldgeber angekündigt. Eine Ablehnung der finanziellen Hilfen seitens Griechenland wäre aus Sicht der Bremer Landesbank "Selbstmord". Anlagestratege Bernhard Langer von Invesco nannte den Vorschlag Papandreous, das Volk zu befragen, hingegen "gut und absolut demokratisch". Dennoch werde der Markt so lange immer wieder verunsichert werden, solange das Referendum nicht vollzogen ist. Vor allem Bankaktien dürften darunter besonders leiden. Mit Blick auf die Finanzbranche fügte der Experte noch an, dass er es ohnehin für verfrüht gehalten habe, bereits jetzt schon auf einen "Rebound" zu setzen.

 

BANKAKTIEN DEUTLICH BELASTET DURCH UNSICHERHEIT

 

    Bankaktien gehörten denn auch zu den größten Verlierern europaweit. Deutsche Bank, Commerzbank und Aareal Bank rutschten allesamt prozentual zweistellig ab. Börsianer sprachen von einer wieder deutlich verstärkten Unsicherheit um die Eurozone. Ein Händler sagte: "Auch wegen der Sorgen um den Wert der Griechenland-Anleihen drückt das besonders stark auf die Stimmung für Banken." Hinzu kommen schlechter als erwartete Zahlen der Credit Suisse aus der Schweiz. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks brach um 7,03 Prozent ein, der Versicherer-Sektorindex musste sogar einen Abschlag von 7,27 Prozent hinnehmen.

 

    Eine Herabstufung durch Barclays sorgte bei Daimler für ein Kursminus von 6,49 Prozent auf 34,600 Euro. Autowerte waren mit einem Abschlag von 6,60 Prozent die drittschwächste Branche in Europa. Die Aktien von ThyssenKrupp gaben mit einem Kursrutsch von mehr als fünf Prozent ebenfalls deutlich nach. Der Stahl- und Industriegüterkonzern lässt Börsianern zufolge seine Geschäftsverbindungen zu einem Geschäftsmann in Südkorea abermals überprüfen. Dieser soll bei einem möglichen Bestechungsfall beim Friedrichshafener Motorenbauer Tognum in Asien involviert sein. Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hat der Konzern aus den Medien erfahren, dass gegen Herrn Chung und dessen Firma Ubmtech Ermittlungen wegen möglicher Korruptionsfälle eingeleitet worden sind. Zudem hat JPMorgan das Kursziel von 35 auf 32 Euro gesenkt, die "Overweight"-Einstufung aber beibehalten.

 

WACKER CHEMIE SETZEN ABWÄRTSSPIRALE FORT

 

    Die BASF-Aktien (BASF) konnten sich trotz guter Zahlen des niederländischen Konkurrenten DSM dem insgesamt schwachen Markttrend nicht entziehen und gaben 4,93 Prozent auf 50,57 Euro ab. Für Wacker Chemie ging es im MDax um deutliche 6,26 Prozent abwärts. Hier belasteten Aussagen des Konkurrenten OCI. Die Südkoreaner befürchten, dass die Polysilizium-Preise um bis zu 40 Prozent einbrechen könnten. Polysilizium wird als Rohmaterial für die Herstellung von Solarzellen verwendet. Zudem stuften weitere Analysten die Aktie ab.

 

    Dagegen hielten sich die Anteilsscheine von Bilfinger Berger mit einem Minus von 2,32 Prozent vergleichsweise gut. Nachdem der Einstieg des schwedischen Finanzinvestors Cevian Capital den Titeln des Bau- und Dienstleistungskonzerns bereits am Vortag den Index-Spitzenplatz beschert hatte, stützten nun positive Analystenkommentare./rum/gl

 

    --- Von Henrietta Rumberger, dpa-AFX---

 

 

Kommentare zu diesem Artikel

khaproperty schrieb:
01.11.2011 14:58:11

Sobald Demokratie sich regt, gehts bei den Märkten sogleich in die Hose - ohne weitere Umwege.
Die kuschelige Staatsfürsorge und das leichte Abstauben neigt sich dem Ende zu. Ist erst gegen den Euro entschieden, muß wieder gearbeitet werden fürs Geld.

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