FRANKFURT (dpa-AFX) - Gewinnmitnahmen haben den
Dax (
DAX) am Mittwoch nach anfänglichen Gewinnen bis zum Mittag ins Minus gedrückt gedrückt. Der Leitindex sackte um 0,63 Prozent ab auf 6.378,76 Punkte. In den vergangenen anderthalb Wochen hatte der deutsche Leitindex in der Spitze bereits mehr als fünf Prozent zugelegt und bei 6.467 Punkten ein neues Hoch seit August markiert. Der
MDAX (
MDAX) hielt sich dagegen mit 0,17 Prozent im Plus bei 9.781,29 Punkten, und auch der
TecDax (
TecDAX) rückte um 0,17 Prozent vor auf 736,97 Punkte.
"Nach den soliden Ifo-Zahlen scheint so mancher Anleger auch ein bisschen an Gewinnmitnahmen zu denken", sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Hintergrund seien wohl die ungelöste Griechenland-Frage, die geopolitischen Probleme mit dem Iran und die Zweifel über die Weltkonjunktur. Halver betonte: "Aber die deutsche Wirtschaft hält sich einfach famos." Auch die Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital und Andreas Lipkow von MWB Fairtrade begründeten die leichte Schwäche im Dax mit Gewinnmitnahmen. "Ob der aufkeimende Optimismus verfrüht ist wird sich bei den nächsten Daten zeigen", schlägt Lipkow auch etwas warnende Töne an. Am Morgen hatten euphorisch aufgenommene Zahlen von Apple den Markt gestützt. Die am Vorabend vorgelegten Ergebnisse des iPhone-Herstellers überlagerten das schwindende Vertrauen in einen erfolgreichen griechischen Schuldenschnitt, sagte Stratege Stan Shamu von IG Markets. Andere Börsianer beäugten die wieder steigenden Renditen in den Peripherieländern der Eurozone kritisch und machten sie als Belastung aus.
BEIERSDORF SPRINGEN AN, SAP SACKEN AB
Unternehmensseitig stehen aus dem Dax Beiersdorf und SAP mit Zahlen im Fokus. Die Aktien des Kosmetikkonzerns Beiersdorf sprangen dank einer positiven Überraschung bei bereinigten Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) nach der Vorlage von Jahreszahlen mit plus 3,99 Prozent auf 45,700 Euro an die Dax-Spitze. Die SAP-Aktie gab dagegen 1,05 Prozent auf 43,925 Euro ab, obwohl die meisten Experten die Zahlen und den Ausblick lobten. Das Papier hatte allerdings bereits nach der Vorlage der Eckdaten für das vergangene Jahr am 13.Januar deutlich an Wert gewonnen und stößt laut Händlern nun bei Kursen um 45 Euro auf starken technischen Widerstand.
Siemens (Siemens) erschienen bei 73,72 Euro prozentual sehr schwach, was aber an der Dividendenauszahlung von 3,00 Euro je Aktie liegt. Bereinigt um diesen Abschlag ergäbe sich angesichts einer Abstufung durch HSBC auf "Neutral" ein nur kleines Minus. Eon sackten um 1,28 Prozent ab. Der Energiekonzern will den Abbau von weltweit rund 11.000 Stellen ohne Entlassungen in Deutschland bewältigen.
DIALOG PROFITIEREN VON APPLE
Sky Deutschland verloren am MDax-Ende laut Händlern ohne neue Nachrichten 4,12 Prozent. Am Vortag hatte allerdings Merrill Lynch die Papiere von einer Empfehlungsliste gestrichen. Klöckner & Co (KlöCo) glichen indes ihre anfänglichen Verluste zuletzt aus. Die Deutsche Bank hat die Aktien des Stahlhändlers von "Buy" auf "Hold" abgestuft. Die guten Aussichten für die Stahlindustrie im ersten Halbjahr sowie die anhaltende Preiserholung dürften im Aktienkurs eingepreist sein, schrieb Analyst Matthias Pfeifenberger. An der Indexspitze gewannen Prosieben (ProSiebenSat1 Media vz)2,67 Prozent.
Im TecDax standen die Aktien von Dialog Semiconductor mit plus 4,07 Prozent ganz oben. Händler verwiesen auf die Rekordzahlen des US-Technologiekonzerns Apple und dabei insbesondere auf die unerwartet guten iPhone-Verkäufe. Dialog gelte als Zulieferer und profitiere entsprechend. Q-Cells sackten dagegen wieder um 10,05 Prozent auf 0,367 Euro ab. Die Analysten der UBS haben ihr Kursziel auf nur noch 0,10 Euro zusammengestrichen./fat/ag
--- Von Frederik Altmann, dpa-AFX ---