02.04.2012 15:21
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Aktien Frankfurt: Unsicherheit um Spanien drückt Dax wieder unter 7.000 Punkte

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die anfänglich üppigen Gewinne im Dax sind am Montag bis zum Nachmittag zusammengeschmolzen. Gute Konjunkturdaten aus China hatten laut Händlern zunächst für einen positiven Grundton gesorgt, der dann aber durch neuerliche Unsicherheiten mit dem Blick auf die Entwicklung in Spanien gestört worden sei. Der Dax (DAX) stand zuletzt noch 0,13 Prozent höher bei 6.956,00 Punkten. Ende letzter Woche hatte der Leitindex das beste Auftaktquartal seit 1998 mit einem Plus von knapp 18 Prozent beendet. Der MDAX (MDAX) stand am Nachmittag 0,60 Prozent höher bei 10.766,91 Punkten, und der TecDax (TecDAX) rückte um 0,36 Prozent vor auf 792,69 Punkte vor.

 

    Händlern zufolge drückte die plötzliche Schwäche der Börsen in den Peripherieländern der Eurozone auf die Kurse. In Spanien verzeichnete der IBEX-35-Index unter dem Eindruck abbröckelnder Bankenwerte ein Minus von 1,22 Prozent. Auch der italienische Leitindex FTSE Mib gab etwa anderthalb Prozent ab. Allerdings reagieren die Staatsanleihen aus Spanien und Italien kaum. Die Rendite fällt sogar. Entsprechend verweisen einige Händler auch auf die recht dünne Umsätze an den Märkten vor Ostern, wobei zu Beginn des Kursrutsches eine größere Verkaufsorder am Terminmarkt gestanden habe. In China sorgte der Einkaufsmanager-Index mit seinem Anstieg auf den höchsten Stand seit einem Jahr für gute Laune. Das hatte zunächst auch eine freundliche Vorgabe der Übersee-Börsen gebracht.

 

ADIDAS SPITZE; BANKEN UND VERSORGER GEMIEDEN

 

    Favorit im Dax waren die Aktien von Adidas (adidas) mit einem Plus von 2,41 Prozent auf 59,95 Euro. Damit nähern sich die Anteile an dem Sportartikelhersteller wieder ihrem Rekordhoch bei 60,80 Euro. Vor den Sport-Großveranstaltungen wie der Fußball Europameisterschaft legten die Aktien oft zu und hierauf scheinen einige Anleger zu setzen, sagte ein Händler. Eine frische Kaufempfehlung sorgte bei den Titeln der Deutschen Post (Deutsche Post) für gute Stimmung. Die zunehmende Gewinndynamik sollte zum Kurstreiber werden, schrieb Analyst Andy Chu von der Deutschen Bank.

 

    Bankenwerte - die laut Händlern unter den Abschlägen bei den Aktien spanischer Finanzinstitute mit litten - rutschten ans Dax-Ende. Am Mittag hielten Deutsche Bank die rote Laterne mit minus 1,64 Prozent auf 36,695 Euro hoch. RWE-Papiere (RWE) verloren 1,23 Prozent und Eon büßten 0,81 Prozent ein. Der "Platow Brief" berichtet über den Verkaufsprozess für die Eon-Tochter Energy from Waste. Eon wird in dieser Woche eine erste Rückmeldung zu den eingereichten Offerten geben, heißt es in dem Börsenbrief. Die Kaufpreisgebote für die Entsorgungstochter sollen bei bis zu zwei Milliarden Euro liegen. Tatsächlich könnte die komplizierte Beteiligungsstruktur der Energy from Waste-Kraftwerke für Eon aber noch zum Stolperstein im Verkaufsprozess werden, so die Bedenken. Indes stufte die Societe Generale (SocGen) das Papier des Versorgers von "Hold" auf "Buy" hoch und hob das Ziel auf 21 Euro.

 

Q-CELLS STELLEN INSOLVENZANTRAG

 

    Im TecDax konnten Nordex nicht nachhaltig von positiven Aussagen zum Auftaktquartal 2012 profitieren. Dem Windkraftanlagenbauer zufolge hat sich der Auftragseingang im ersten Quartal um 84 Prozent erhöht. Ein Börsianer bezeichnete diese Meldung als "bullish" sowie als klares Kaufsignal für die Nordex-Papiere. Diese gewannen zunächst bis zu drei Prozent , bröckelten zuletzt aber wieder mit 0,64 Prozent ins Minus. Carl Zeiss Meditec setzten im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres rund 432 Millionen Euro um - die Aktien sprangen um 3,68 Prozent nach oben. Q-Cells wurden am Nachmittag vom Handel ausgesetzt. Das einstige Vorzeigeunternehmen der Solarbranche hat wenig überraschend Insolvenzantrag gestellt. Am Morgen waren die Aktien um mehr als 35 Prozent eingebrochen.

 

    Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,55 (Freitag: 1,50) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,19 Prozent auf 131,18 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,29 Prozent zu auf 138,42 Punkten. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3319 (1,3356) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7508 (0,7487) Euro./fat/la

 

    --- Von Frederik Altmann, dpa-AFX ---

 

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