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30.01.2012 15:02

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Aktien Frankfurt: Verluste - Anleger üben sich zum EU-Gipfel in Zurückhaltung

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit deutlichen Verlusten in die neue Woche gestartet. Angesichts des EU-Gipfels in Brüssel verloren Anleger den Mut der vergangenen Tage und so fiel der Dax (DAX) am Nachmittag um 1,17 Prozent auf 6.435,82 Punkte. Der MDAX (MDAX) büßte 1,55 Prozent auf 9.786,13 Punkte ein und der TecDax (TecDAX) gab um 0,62 Prozent auf 739,92 Punkte nach. Eine zufriedenstellend verlaufene Auktion italienischer Staatsanleihen konnte am Mittag nur kurzzeitig ein wenig den Druck von den Märkten nehmen.

 

    "Zum Start in die neue Woche sieht die Stimmung nicht mehr ganz so rosig aus wie zuletzt", sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Wegen der weiterhin ungelösten Frage nach einem Schuldenschnitt in Griechenland und dem anstehenden EU-Gipfel sei dies aber auch nicht verwunderlich: "Die EU-Politiker müssen nun glaubhafte, schnell und effizient umsetzbare Lösungen präsentieren." Neben dem ständigen Rettungsfonds ESM ist der Fiskalpakt ein Kernpunkt der Beratungen. Auch am Anleihemarkt stieg die Anspannung, wie steigende Risikoaufschläge für Staatspapiere finanzschwacher Euro-Länder zeigten.

 

GEWINNMITNAHMEN BEI BANKEN

 

    Am Ende des Dax gehörten die Aktien der zuletzt besonders gefragten Finanzwerte zu den größten Verlierern. Börsianern zufolge kommt es zu weiteren Gewinnmitnahmen, zumal der bereits mehrfach erhoffte Durchbruch bei der privaten Beteiligung am Schuldenschnitt Griechenlands weiter auf sich warten lässt. Aktien der Deutschen Bank (Deutsche Bank) fielen nach einem "Spiegel"-Bericht über drohende Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC um 4,51 Prozent auf 32,00 Euro. Die zuletzt besonders deutlich gestiegenen Commerzbank-Titel (Commerzbank) gaben um 3,99 Prozent nach.

 

    Freundlich zeigten sich in diesem Umfeld die defensiven Werte aus den Gesundheits- und Pharmabranchen: Aktien von Fresenius Medical Care und Merck nahmen mit Aufschlägen von jeweils rund 1,2 Prozent die Dax-Spitze ein. RWE kletterten nach einer Hochstufung von Morgan Stanley um 0,68 Prozent auf 29,005 Euro. Analyst Bobby Chada sieht eine Trendwende bevorstehen: RWE-Anteile seien unter den günstigsten der integrierten Versorger und die Dividendenrendite auf Basis der Schätzungen für 2013 liege bei über sieben Prozent. Eon dagegen stufte er auf "Equal-weight" ab. Sie gaben um 1,19 Prozent nach.

 

STAHLSEKTOR LEIDET UNTER KLÖCKNER-AUSSAGEN

 

    Im MDax sackten die Aktien von Klöckner & Co (KloecknerCo) um etwas mehr als 7 Prozent auf 10,87 Euro ab. Der Stahlhändler sieht in der aktuell steigenden Nachfrage nach Stahl nur ein kurzes Zwischenhoch und richtet sich für 2012 auf einen Rückgang ein, wie Vorstandschef Gisbert Rühl in der "Financial Times Deutschland" sagte. Dies sorgte branchenweit für herbe Verluste: ThyssenKrupp büßten am Dax-Ende 4,89 Prozent ein und Salzgitter verloren im MDax 5,50 Prozent.

 

    Auf Talfahrt begaben sich zudem die Aktien von Stada (STADA Arzneimittel) mit einem Minus von 4,76 Prozent auf 21,69 Euro. Begründet wurde dies mit einer Abstufung der Commerzbank. Analyst Daniel Wendorff verwies dabei wegen der Schuldenkrise auf zunehmende Risiken für die weiteren Außenstände in Südeuropa. Hochtief (HOCHTIEF) fielen ferner um fast 5 Prozent auf 48,50 Euro. Händler begründeten dies mit Aussagen zum Ausblick, wonach der Verlust im abgelaufenen Jahr wegen hoher Abschreibungen auf die Australien-Tochter Leighton höher als erwartet ausfallen wird./tih/la

 

    --- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

 

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