10.12.2012 12:04
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Aktien Frankfurt: Verluste - Italien-Krise und gemischte Daten aus Asien

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die italienische Regierungskrise und gemischte Konjunkturdaten haben die Rally am deutschen Aktienmarkt zum Wochenauftakt gebremst. Am Montagmittag gab der Dax (DAX) um 0,59 Prozent auf 7.473,31 Punkte nach. Seit Mitte November hatte der Leitindex zeitweise mehr als acht Prozent gewonnen und vergangene Woche noch ein Jahreshoch nach dem anderen erklommen. Der MDAX (MDAX) verlor am Montag 0,68 Prozent auf 11.815,79 Punkte und der TecDax (TecDAX) büßte 0,69 Prozent auf 829,99 Punkte ein.

 

    Den Nachwirkungen unerwartet guter US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag standen gemischte Konjunkturnachrichten aus Asien gegenüber. Zudem belastete, dass Ministerpräsident Mario Monti nach einem Vertrauensverlust seiner Regierung vorzeitig abtreten und den Weg für Neuwahlen frei machen will. Die erneute Kandidatur von Monti-Vorgänger Silvio Berlusconi stieß bei den Experten der Commerzbank auf wenig Begeisterung - "galt doch die Berlusconi-Ära in der Wahrnehmung des Marktes als Zeit nicht-nachhaltiger Fiskalpolitik, während Monti für den struktur- und fiskalpolitischen Wandel stand", wie es in einem aktuellen Kommentar heißt. Derweil verlängerte Athen die Frist für den Rückkauf griechischer Staatsanleihen bis zum 11. Dezember.

 

    "Nach den jüngsten Dramen um Spanien und Griechenland steht nun Italien im Fokus", bilanzierte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Berlusconi setze auf die weit verbreitete Unzufriedenheit im Land. Eine wirkliche Siegchance räumt sie ihm aber nicht ein. Deshalb dürften Berlusconis Ankündigung keine langfristigen Auswirkungen haben.

 

BANKEN EUROPAWEIT SCHWACH - THYSSENKRUPP KNAPP IM PLUS

 

    Vor allem der europäische Bankensektor litt unter der Regierungskrise in Italien. Im Sog dieser Entwicklung büßten die Titel von Commerzbank und Deutscher Bank (Deutsche Bank) jeweils rund drei Prozent ein. Damit nahmen sie die beiden letzten Plätze im Dax ein.

 

    Die Aktien von ThyssenKrupp schafften es nach Medienberichten zum Stahlgeschäft und vor Zahlen knapp ins Plus und hielten sich somit besser als der Markt. Einen leicht positiven Kurseinfluss sehen Händler in einem Artikel der "Wirtschaftswoche", wonach ThyssenKrupp alle Optionen für seine deutschen Stahlwerke prüfen will. Am heutigen Montag beschäftigt sich eine Aufsichtsratssitzung mit den Stahlwerken in Amerika sowie dem Umbau des Vorstands. Dass der Industrie- und Stahlkonzern laut "Spiegel" über Schadensersatzforderungen an den früheren Vorstandschef und andere Führungsmitglieder für kostspielige Investitionen in Stahlwerke in den USA und Brasilien nachdenkt, ist Händlern zufolge kein Kurstreiber, da entsprechende Forderungen die Milliardenverluste durch diese Stahlwerke nicht kompensieren könnten.

 

VOLKSWAGEN STEIGERT AUSLIEFERUNGEN

 

    Die Vorzugsaktien von Volkswagen (Volkswagen vz) gaben ungeachtet positiver Nachrichten um 0,33 Prozent nach. "Im November lagen die Konzern-Auslieferungen etwa zehn Prozent über dem Vorjahr?, sagte Finanzvorstand Dieter Pötsch der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

 

    Für die Papiere von MDax-Aufsteiger Talanx ging es um mehr als anderthalb Prozent aufwärts. Dass der erst im Oktober an die Börse gegangene Versicherer in den Index mittelgroßer Werte aufsteigt, hatte die Deutsche Börse am Freitagabend nach Handelsschluss mitgeteilt. Dafür müssen die Titel des Handelskonzerns Douglas Holding (DOUGLAS) weichen. Hintergrund ist, dass der Streubesitzanteil bei Douglas wegen der Übernahme durch die Beauty Holding Three AG unter die Mindestschwelle von zehn Prozent beim Streubesitz gefallen ist. Die Südzucker-Aktien (Suedzucker) wurden von Aussagen zu einer möglichen Dividendenerhöhung gestützt und gaben nur um moderate 0,28 Prozent nach.

 

    Aixtron-Aktien setzten dagegen mit einem Minus von knapp drei Prozent ihren Rutsch in Richtung Jahrestief fort. Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank erwartet kurzfristig keinen Trendwechsel für den Spezialmaschinenbauer. Das Marktumfeld bleibe schwierig, die Produzenten hätten mit Überkapazitäten und fallenden LED-Preisen zu kämpfen, was ihre Investitionspläne entsprechend beeinflusse./gl/rum

 

    --- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

 

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