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10.12.2012 14:59

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Aktien Frankfurt: Verluste - Italien-Krise und gemischte Daten aus Asien

Deutsche Bank zu myNews hinzufügen Was ist das?


    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die italienische Regierungskrise und gemischte Konjunkturdaten haben die Rally am deutschen Aktienmarkt zum Wochenauftakt gebremst. Bis zum Montagnachmittag gab der Dax (DAX) um 0,31 Prozent auf 7.494,18 Punkte nach, zeigte sich damit aber erholt vom Tagestief bei 7.457 Punkten. Seit Mitte November hatte der Leitindex zeitweise mehr als acht Prozent gewonnen und vergangene Woche noch ein Jahreshoch nach dem anderen erklommen. Der MDAX (MDAX) verlor am Montag 0,50 Prozent auf 11.836,81 Punkte, und der TecDax (TecDAX) büßte 0,69 Prozent auf 830,04 Punkte ein.

 

    Den Nachwirkungen unerwartet guter US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag standen gemischten Konjunkturnachrichten aus Asien gegenüber. Zudem belastete, dass Ministerpräsident Mario Monti nach einem Vertrauensverlust seiner Regierung vorzeitig abtreten und den Weg für Neuwahlen frei machen will. Die erneute Kandidatur von Monti-Vorgänger Silvio Berlusconi stieß bei den Experten der Commerzbank auf wenig Begeisterung - "galt doch die Berlusconi-Ära in der Wahrnehmung des Marktes als Zeit nicht-nachhaltiger Fiskalpolitik, während Monti für den struktur- und fiskalpolitischen Wandel stand", wie es in einem aktuellen Kommentar heißt. Derweil verlängerte Athen die Frist für den Rückkauf griechischer Staatsanleihen bis zum morgigen Dienstag.

 

    "Nach den jüngsten Dramen um Spanien und Griechenland steht nun Italien im Fokus", bilanzierte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Berlusconi setze auf die weit verbreitete Unzufriedenheit im Land. Eine wirkliche Siegchance räumt sie ihm aber nicht ein. Deshalb dürften Berlusconis Ankündigung keine langfristigen Auswirkungen haben.

 

BANKEN EUROPAWEIT SCHWACH - THYSSENKRUPP IM PLUS

 

    Vor allem der europäische Bankensektor litt unter der Regierungskrise in Italien. Dazu kam ein Bericht des "Wall Street Journal" über eine Klage der Europäischen Union wegen möglicherweise manipulierter Zinssätze. Im Sog dieser Entwicklung büßten die Titel von Commerzbank und Deutscher Bank (Deutsche Bank) knapp drei beziehungsweise knapp zwei Prozent ein. Damit gehörten sie zu den größten Verlierern im Dax.

 

    Die Aktien von ThyssenKrupp hielten sich nach Medienberichten zum Stahlgeschäft und vor Zahlen mit einem Plus von 0,34 Prozent besser als der Markt. Einen leicht positiven Kurseinfluss sehen Händler in einem Artikel der "Wirtschaftswoche", wonach ThyssenKrupp alle Optionen für seine deutschen Stahlwerke prüfen will. Am heutigen Montag beschäftigt sich eine Aufsichtsratssitzung mit den Stahlwerken in Amerika sowie dem Umbau des Vorstands. Dass der Industrie- und Stahlkonzern laut "Spiegel" über Schadensersatzforderungen an den früheren Vorstandschef und andere Führungsmitglieder für kostspielige Investitionen in Stahlwerke in den USA und Brasilien nachdenkt, ist Händlern zufolge kein Kurstreiber, da entsprechende Forderungen die Milliardenverluste durch diese Stahlwerke nicht kompensieren könnten.

 

VOLKSWAGEN STEIGERT AUSLIEFERUNGEN

 

    Die Vorzugsaktien von Volkswagen (Volkswagen vz) standen nach positiven Nachrichten moderat höher. "Im November lagen die Konzern-Auslieferungen etwa zehn Prozent über dem Vorjahr?, sagte Finanzvorstand Dieter Pötsch der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

 

    Für die Papiere von MDax-Aufsteiger Talanx ging es um knapp zwei Prozent aufwärts. Dass der erst im Oktober an die Börse gegangene Versicherer in den Index mittelgroßer Werte aufsteigt, hatte die Deutsche Börse am Freitagabend nach Handelsschluss mitgeteilt. Dafür müssen die Titel des Handelskonzerns Douglas Holding (DOUGLAS) weichen. Hintergrund ist, dass der Streubesitzanteil bei Douglas wegen der Übernahme durch die Beauty Holding Three AG unter die Mindestschwelle von zehn Prozent beim Streubesitz gefallen ist. Die Südzucker-Aktien (Suedzucker) wurden von Aussagen zu einer möglichen Dividendenerhöhung gestützt und gaben nur geringfügig nach.

 

    Die Aixtron-Aktien setzten mit einem Minus von fast fünf Prozent ihren Rutsch in Richtung Jahrestief fort. Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank erwartet kurzfristig keinen Trendwechsel für den Spezialmaschinenbauer. Das Marktumfeld bleibe schwierig, die Produzenten hätten mit Überkapazitäten und fallenden LED-Preisen zu kämpfen, was ihre Investitionspläne entsprechend beeinflusse./gl/mis

 

    --- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

 

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