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20.06.2011 14:52

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Aktien Frankfurt: Verluste - Verschobene Griechenland-Lösung belastet Banken

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die verschobene Griechenland-Lösung hat die Aktienanleger am Montag enttäuscht. Der Dax war bereits zu Handelsbeginn abgerutscht und hat sich seitdem kaum von der Stelle bewegt. Am frühen Nachmittag fiel er um 0,97 Prozent auf 7.094,42 Punkte. In der Vorwoche hatte der Leitindex noch nach einer Durststrecke von sechs Verlustwochen in Folge wieder ein Plus von 1,33 Prozent eingefahren und in Hoffnung auf Fortschritte in Griechenland vor dem Wochenende einen erneuten Befreiungsschlag versucht. Der MDAX der mittelgroßen Werte sank nun um 0,73 Prozent auf 10.453,27 Punkte, für den TecDax ging es um 0,72 Prozent auf 864,30 Punkte nach unten.

 

    Nach ihrem Treffen am Sonntag kamen die Euro-Finanzminister zu Wochenbeginn erneut in Luxemburg zusammen, um über die Rettung Griechenlands vor der drohenden Staatspleite zu beraten. Bis weit in die Nacht dauernde Krisenberatungen der Ressortchefs hatten lediglich ergeben, dass es endgültige Entscheidungen frühestens Anfang Juli geben wird.

 

VERZÖGERUNGEN BEI GRIECHENLAND-FRAGE BELASTEN

 

    "Die Verzögerungen bei der Suche nach einer Lösung für das hoch verschuldete Griechenland belasten zunehmend die Märkte", sagte Analyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke. Die Präsentation der Verantwortlichen in der EU als ein vielstimmiger Chor steigere die Verunsicherung unter den Anlegern zusätzlich.

 

    Finanzwerte wie Deutsche Bank, Allianz und Commerzbank zählten angesichts der Beratungen der Eurofinanzminister über die Griechenland-Krise zu den größten Verlierern im Dax. Sie fielen zwischen 1,63 und 2,06 Prozent. Zwar wurde die grundsätzliche Einigung getroffen, dass Banken und Versicherungen sich freiwillig an den Kosten beteiligen sollen. Endgültige Entscheidungen soll es aber erst Anfang Juli nach einem erneuten Sondertreffen geben, sobald das griechische Parlament Ende Juni die Gesetze zu weiteren Sparmaßnahmen verabschiedet hat. "Wenn sich die EU, der IWF und die EZB nicht mit den Griechen auf gemeinsame Maßnahmen einigen können, wird dies katastrophale Folgen auf den Bankensektor haben", folgerte Marktstratege David Buik von IG Markets und zog dabei einen Vergleich zur Lehman-Pleite vor drei Jahren.

 

VERSORGER EUROPAWEIT SEHR SCHWACH

 

    Am Indexende versammelten sich die Versorger RWE und Eon , die um 2,52 Prozent auf 36,96 Euro respektive um 2,26 Prozent auf 18,82 Euro absackten. Die großen Stromkonzerne in Deutschland bereiten laut "Der Spiegel" Verfassungsklagen gegen die Bundesregierung vor. Auch europaweit waren die Branchenwerte besonders stark unter Druck. Hinzu kommt laut Händlern als Belastung die schlechte Charttechnik.

 

    Die Papiere von Drillisch kletterten an der TecDax-Spitze um 4,47 Prozent auf 7,74 Euro nach oben, die Freenet-Aktien verbesserten sich um immerhin noch 1,16 Prozent. Freenet-Großaktionär Drillisch hatte seinen Anteil an dem Mobilfunkprovider kräftig auf 21,86 Prozent der Anteile aufgestockt. Zuvor hatte die "Financial Times Deutschland" bereits berichtet, dass Drillisch fast vier Jahre nach dem gescheiterten ersten Versuch einer kompletten Übernahme nun einen erneuten Anlauf startet.

 

NORMA GROUP UND GSW IMMOBILIEN NEU IM SDAX

 

    Schließlich standen im SDax (SDAX) die Aktien des Anbieters von Produkten und Dienstleistungen für die Verbindungstechnik, Norma Group, und die Titel von GSW Immobilien im Blick. Zu Handelsbeginn hatten die Papiere in dem Nebenwerte-Index die Anteilsscheine von Colonia Real Estate und von der Homag Group ersetzt. Während die Norma-Aktien um 1,41 Prozent nachgaben, verbuchten die GSW-Titel nur ein Minus von 0,30 Prozent./la

 

    --- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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