NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Standardwerte an der Wall Street dürften am Dienstag etwas leichter in den Handel starten. Händler verwiesen auf gemischt ausgefallene Unternehmensberichte, die am Markt nicht für Rückenwind sorgten könnten. Daher bleibe es bei den wieder aufgeflammten Sorgen um die Schuldenkrise in Europa als Bremse für den Aktienmarkt, ergänzt durch jüngste Konjunkturdaten aus China. Knapp eine Stunde vor dem Börsenstart stand der Future auf den
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) 0,26 Prozent tiefer. Der Future auf den
Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) dagegen lag moderat mit 0,27 Prozent im Plus.
Während die vor Börsenstart vorgelegten Zahlen auf unterschiedliche Reaktionen stießen, wurde am Markt wie schon am Vortag auf die gedämpften Erwartungen an den am Wochenende anstehenden EU-Gipfel als Spielverderber am globalen Aktienmarkt verwiesen. Hinzu komme die Ankündigung der Ratingagentur Moody's, den stabilen Ausblick für das französische Toprating zu überprüfen. Auch Wirtschaftsdaten aus China trübten das Stimmungsbild: Die chinesische Wirtschaft war im dritten Quartal so langsam wie seit zwei Jahren nicht mehr gewachsen.
Im Blickfeld der Anleger standen am Dienstag aber vor allem frische Zahlen aus dem Bankensektor. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben die Bank Goldman Sachs im dritten Quartal mit rund 400 Millionen US-Dollar in die roten Zahlen gerissen. Mit dem Ergebnis verfehlte das Institut die Erwartungen von Analysten. Bankchef Lloyd Blankfein sprach von einem enttäuschenden Quartal. Dennoch konnten die Titel vorbörslich um 0,76 Prozent zulegen.
Im Gegensatz dazu fiel das Zahlenwerk der Bank of America besser als erwartet aus. Die Bank hatte im dritten Quartal vor allem dank Sondereffekten die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Mit unter dem Strich 5,9 Milliarden Dollar waren die Schätzungen von Analysten bei weitem übertroffen worden. Die Titel profitieren davon und stiegen vorbörslich um 2 Prozent, nachdem sie im bisherigen Jahresverlauf rund 55 Prozent an Wert verloren haben.
Am Vorabend schon hatte es Zahlen von IBM gegeben. Obwohl der IT-Riese nach Börsenschluss einen Umsatz- und Gewinnanstieg vermeldet und den Ausblick angehoben hatte, fielen die Aktien vorbörslich um etwas mehr als 4 Prozent. Analysten hatten im Schnitt einen noch höheren Umsatz erwartet. IBM war vor allem wegen Wechselkurseffekten gewachsen.
Auch von Coca-Cola gab es Zahlen. Die Titel legten vorbörslich um 0,75 Prozent zu, nachdem der Getränkekonzern im dritten Quartal mehr verdient hatte als im Vorjahr und damit die Erwartungen der Analysten leicht übertraf. Den kaum bewegten Titeln von Johnson & Johnson (JohnsonJohnson) verhalfen gute Zahlen vorbörslich dagegen nicht nach oben. Der Medizintechnik- und Konsumgüterhersteller hatte zudem den unteren Rand seiner Gewinnprognose je Aktie erhöht./tih/he