NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Aktienmarkt dürfte am Mittwoch seinen Aufwärtstrend vorerst beenden. Die Sorgen um die Banken der Eurozone belasteten nach den europäischen Aktienmärkten auch die US-Börsen, hieß es am Markt. Die italienische Unicredit (
UniCredito Italiano (vor Aktienzusammenlegung)) hatte am Morgen Details zu ihrer geplanten Kapitalerhöhung bekannt gegeben und musste mit höheren Abschlägen als befürchtet um neue Anteilseigner werben. Daraufhin waren die Bankaktien Europas unter Druck geraten. "Die Eurozone befindet sich in einem langwierigen Anpassungsprozess", sagte ein Händler in New York.
Gut eine dreiviertel Stunde vor Handelsstart lag der Future auf den Dow Jones Industrial (Dow Jones) mit 0,32 Prozent im Minus und deutete damit eine leichtere Eröffnung an. Der Kontrakt auf den Nasdaq 100(NASDAQ 100) zeigte mit 0,14 Prozent in die gleiche Richtung. Am Vortag hatte der Dow noch ein Fünfmonatshoch erklommen. Am Nachmittag erwarten die Anleger wiederum Konjunkturdaten, diesmal zu den Auftragseingängen in der Industrie. Analysten rechnen für den Novemberwert mit einer Steigerung von 2,0 Prozent zum Vorjahr nach einem Rückgang von 0,4 Prozent im Oktober.
Wie in Europa dürften Banken auch bei den amerikanischen Anlegern im Fokus stehen. Vorbörslich gaben die großen Kreditinstitute etwas nach: Titel der Citigroup , von JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) und der Bank of America verloren bis zu rund ein Prozent an Wert.
Die Aktien von Acme Packet verloren vorbörslich 20,34 Prozent, nachdem der Hersteller von Telekommunikationsequipment seine Prognosen gekürzt hatte. Wegen der Unsicherheit im nordamerikanischen Markt werde der bereinigte Gewinn je Aktie voraussichtlich nur noch zwischen 1,03 und 1,05 Dollar betragen statt der zuvor anvisierten 1,18 Dollar, teilte das Unternehmen mit.
Auch die Aktien von Chevron büßten etwas an Wert ein. Der US-Ölkonzern soll in Ecuador wegen Umweltschäden im dortigen Amazonas-Gebiet 18 Milliarden Dollar Schadensersatz zahlen. Das entsprechende Urteil einer ersten Instanz vom Februar wurde am Dienstag von einem Berufungsgericht bestätigt. Die Aktien des Unternehmens gaben vorbörslich jedoch lediglich um marktkonforme 0,38 Prozent nach.
Stärker unter Druck gerieten Lockheed Martin : Die Anteile des Flugzeugbauers verloren vorbörslich 1,24 Prozent. JPMorgan nahm die Kaufempfehlung für die Aktie zurück und stufte das Papier von "Overweight" auf "Neutral" herunter. Am Vortag war das Unternehmen Konkurrent Boeing bei einem Auftrag über rund 3,5 Milliarden Dollar unterlegen - dennoch hatten die Aktien mit 1,38 Prozent im Plus geschlossen.
Die Papiere von Tivo sprangen vorbörslich um 11,55 Prozent nach oben. Der Anbieter von Festplattenrecordern konnte einen Patentstreit mit AT&T beenden und erhält von dem Telefonriesen mindestens 215 Millionen Dollar, wie das Unternehmen bekannt gab.
Im Auge behalten dürften Anleger auch die Titel von Steel Dynamics . Die Analysten der Bank of America Merrill Lynch hatten das Papier zum Kauf empfohlen./men/gl