NEW YORK (dpa-AFX) - Die jüngste Kursrally am US-amerikanischen Aktienmarkt dürfte zum Handelsstart am Freitag erst einmal unterbrochen werden. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen und enttäuschende Unternehmenszahlen von
General Electric (GE) und Google. Eine dreiviertel Stunde vor Börsenstart sank der Future auf den Dow Jones Industrial (Dow Jones) um 0,17 Prozent. Der Future auf den Auswahlindex Nasdaq 100 (NASDAQ 100) notierte mit minus 0,04 Prozent nahezu unverändert. Von Seiten der Konjunktur stehen eine halbe Stunde nach Handelsstart noch Daten vom Häusermarkt auf der Agenda.
Investoren dürften ferner auf den Fortgang der Verhandlungen über den Schuldenschnitt für Griechenland achten. Die Verhandlungen stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Ein enger Mitarbeiter von Finanzminister Evangelos Venizelos sagte der Nachrichtenagentur dpa am Freitag: "Wir sind optimistisch." Mehrere griechische Medien berichteten übereinstimmend von Fortschritten bei den Gesprächen.
Das US-Industrieschwergewicht General Electric (GE) konnte im Schlussquartal 2011 trotz Staatsschuldenkrisen und den Turbulenzen an den Finanzmärkten seinen Wachstumskurs fortsetzen. Der Siemens-Konkurrent konnte den operativen Gewinn das siebte Quartal in Folge zweistellig steigern. Der Umsatz sank jedoch zum Vorjahr wegen des verkauften Mehrheitsanteils an der TV-Senderkette NBC Universal. Ohne den Verkauf legte der Umsatz leicht zu. Analysten hatten bei dem Mischkonzern insgesamt mit einem stärkeren Wachstum gerechnet. Die Aktie rutschte vorbörslich um mehr als 2 Prozent ab.
Aktien aus dem Technologiesektor stehen nach den am Vorabend nach Börsenschluss vorgelegten Zahlen der Schwergewichte Intel, Microsoft, IBM und Google im Fokus. Google enttäuschte die Investoren. Der Internet-Konzern verzeichnete zwar einen Umsatzsprung und auch einen höheren Gewinn, die Kosten schossen allerdings um rund ein Drittel hoch und bremsten das Gewinnwachstum. Die Aktie rutschte war am Vorabend nachbörslich deutlich abgerutscht, und auch vor Handelsstart am Freitag lag sie mit fast 8 Prozent im Minus.
Der weltgrößte Halbleiterhersteller Intel blickt trotz aller Widrigkeiten auf ein Rekordjahr zurück. Selbst im Schlussquartal, als fehlende Bauteile vielerorts die wichtige PC-Produktion hemmten und die Schuldenkrise in Europa brodelte, konnte der Konzern sein Geschäft noch kräftig ausbauen. Vorbörslich gewann das Intel-Papier etwas über 1 Prozent dazu. Software-Primus Microsoft kommt auch ohne seinen einstigen Gewinnbringer Windows 7 aus. Die Nachfrage nach dem in die Jahre gekommenen Betriebssystem sank im zweiten Geschäftsquartal, das von Oktober bis Dezember dauerte. Doch dafür griffen die Firmenkunden stärker als im Vorjahreszeitraum zu Office- und Server-Software. Auch die Spielekonsole Xbox 360 war gefragt. Der Umsatz stieg, höhere Kosten etwa in der Entwicklung ließen den Gewinn allerdings stagnieren. Das Ergebnis je Aktie übertraf dennoch die Markterwartung. Die Microsoft-Aktie rückte vorbörslich zuletzt um 2,31 Prozent vor.
Für den Technologie-Giganten IBM zahlt sich der Fokus auf Software und Dienstleistungen weiter aus. Im Schlussquartal 2011 waren die beiden Bereiche erneut die Wachstumstreiber. Beim Umsatz wurden die Erwartungen der Marktexperten verfehlt, beim Ergebnis dafür übertroffen. Der IBM-Titel gewann im vorbörslichen Handel fast 3 Prozent./ajx/men