NEW YORK (dpa-AFX) - Dank neuer Berichte über eine Lösung der griechischen Schuldenprobleme dürfte der US-Aktienmarkt am Donnerstag an seine Vortagesgewinne anknüpfen. Griechenland und seine privaten Geldgeber arbeiten weiter mit Hochdruck an einer Kompromisslösung zum geplanten Schuldenschnitt für das pleitebedrohte Land. Der Chef des Internationalen Bankenverbandes (IIF), Charles Dallara, soll am Donnerstagabend mit Regierungschef Lucas Papademos und Finanzminister Evangelos Venizelos zusammentreffen. Athen sei optimistisch, dass die Gespräche über den Schuldenschnitt bis zum Wochenende oder spätestens Anfang kommender Woche abgeschlossen werden können, hieß es seitens des Finanzministeriums.
Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones) ließ zuletzt eine um 0,52 Prozent festere Eröffnung erwarten. Der Future auf den Auswahlindex Nasdaq 100 (NASDAQ 100) legte zuletzt 0,39 Prozent hinzu. Auf Konjunkturseite hielten sich die positiven und negativen Einflüsse die Waage: Während die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe etwas höher als erwartet ausfielen, stiegen die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter etwas deutlicher als gedacht.
Zu den klar positiven Überraschungen zählte etwa Caterpillar(Caterpillar)(Caterpillar). Der Baumaschinenhersteller übertraf im vierten Quartal bei Umsatz und Ergebnis die durchschnittlichen Erwartungen zum Teil deutlich. Der Mischkonzern 3M konnte mit seinen Zahlen ebenfalls positiv überraschen. Vorbörslich stieg der Kurs der Aktie bei geringen Umsätzen rund anderthalb Prozent zu. Die Papiere von Caterpillar gewannen mehr als zwei Prozent hinzu.
Zu den negativen Überraschungen zählten die Quartalsberichte von AT&T und Potash. Beiden Aktien fielen vorbörslich zurück. Der geplatzte Kauf des amerikanischen Geschäfts der Deutschen Telekom (Deutsche Telekom), Verluste im konzerneigenen Pensionsfonds und Abschreibungen haben den US-Telekomkonzern AT&T tief in die roten Zahlen gedrückt. Der weltgrößte Düngemittelproduzent Potash(Potash) hat im vierten Quartal unter einer schwachen Nachfrage gelitten, aber dank seiner Beteiligungen den Gewinn trotzdem gesteigert. Börsianer überzeugten die Zahlen nicht. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn habe der Konzern die Erwartungen enttäuscht, hieß es in ersten Reaktionen. Die Titel verloren vorbörslich mehr als zwei Prozent.
Zahlen lieferten zudem vor Handelsbeginn noch Bristol-Myers Squibb , Colgate-Palmolive und JetBlue Airways. Die Deutsche Lufthansa ist an Jetblue beteiligt.
In der Pharmabranche drehte sich dagegen das Übernahmekarussell weiter: Das Biotechunternehmen Amgen kündigte an, Micromet für insgesamt 1,16 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Das Übernahmeziel Illumina versucht unterdessen, sich gegen das feindliche Übernahmeangebot von Roche zu wehren. Der Gentechnikspezialist kündigte an, neue Aktien ausgeben zu wollen. Illumina-Aktionäre erhalten als Dividende für jede Aktie ein Kaufrecht für eine Vorzugsaktie, teilte der Konzern mit. Mit dieser Giftpille wollen die Amerikaner die Übernahmeofferte der Schweizer verhindern. Roche will sein Diagnostikgeschäft mit dem Kauf von Illumina in den USA noch stärker auf die Gentechnik ausrichten./rum/men