NEW YORK (dpa-AFX) - Nach vier Verlusttagen in Folge dürften sich die wichtigsten US-Indizes am Dienstag zum Start etwas erholen. Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn zeigte sich der Future auf den Leitindex
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) 0,33 Prozent fester. Der Future auf den Technologiewerte-Index
Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) legte um 0,32 Prozent zu. Am Montag hatten die wichtigsten US-Indizes durch die Bank nachgegeben. Der breit gefasste
S&P 500 war sogar unter sein April-Tief gefallen und auf dem niedrigsten Stand seit Mitte März aus dem Handel gegangen.
Nun sollte laut Börsianern der schwache US-Dollar helfen, die Verluste bei den Rohstoffpreisen zu begrenzen. Kurz vor dem US-Bösenschluss dürfte sich noch US-Notenbankchef Ben Bernanke zur weiteren Geldpolitik äußern, da Ende Juni der Aufkauf von US-Anleihen enden soll.
Bei den wenigen Unternehmensnachrichten fallen insbesondere Übernahmen ins Auge. Sowohl der Mischkonzern General Electric (GE) als auch das Finanzunternehmen Capital One Financial seien am Onlinebanking-Geschäft des niederländischen Finanzkonzerns ING (ING Groep) in den USA interessiert, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Dessen Wert beziffert Bloomberg auf rund neun Milliarden US-Dollar. Während GE eine Barofferte vorgelegt habe, wolle Capital One die Transaktion zum Teil mit eigenen Aktien stemmen, heißt es weiter. Die GE-Papiere legten schon vor dem Handelsstart um 0,81 Prozent auf 18,61 Dollar zu.
Derweil bietet der Verpackungsmittelhersteller International Paper 3,3 Milliarden Dollar beziehungsweise 30,60 Dollar in bar für seinen Konkurrenten Temple-Inland. Dieser lehnte das Angebot, das eine Prämie von 46 Prozent auf den Montags-Schlusskurs beinhaltet, allerdings als zu niedrig ab. Bereits vorbörslich schossen die Temple-Inland-Papiere um 43,50 Prozent auf 30,15 Dollar nach oben, während die Aktien des Übernahmeinteressenten 3,88 Prozent auf 30,80 Dollar gewannen.
Der Flugzeughersteller Boeing sieht sich durch angebliche Pläne des Konkurrenten Airbus für größere Triebwerke nicht unter Handlungsdruck gesetzt. Boeing werde von den Wünschen der Kunden geleitet, nicht vom europäischen Wettbewerber, sagte Jim Albaugh, Chef der Zivilflieger. Am Montag kursierten Presseberichte, wonach der britische Motorenbauer Rolls-Royce bereit sei, ein neues Triebwerk für das A350-Projekt der EADS-Tochter (EADS) Airbus zu entwickeln. Damit reagieren die Briten auf das Drängen von Fluggesellschaften nach mehr Schubkraft, um längere Strecken mit mehr Gewicht fliegen zu können.
Der Softwarekonzern Microsoft baut für seine Spielekonsole XBox 360 und die Gestensteuerung Kinect das Portfolio an Spieletiteln kräftig aus. Auf der Spielemesse E3 in Los Angeles stellte das Unternehmen eine ganze Palette neuer Titel vor.
Eine positive Studie sorgte bei Goldman Sachs und Morgan Stanley für vorbörsliche Gewinne. JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein spricht für die Aktien beider Banken weiter eine Übergewichtungs-Empfehlung aus. Mögliche Kursschwächen infolge sinkender Konsensschätzungen betrachte er als Kaufgelegenheit für die Aktien von Investmentbanken, heißt es zur Begründung./gl/ag