NEW YORK (dpa-AFX) - Überzeugende Zahlen von Citigroup und Google sowie eine Mega-Übernahme dürften den US-Aktienmarkt am Freitag stützen. Auch etwas stärker als erwartet gesunkene
Verbraucherpreise dürften die Stimmung heben. Dem gegenüber traten die Sorgen über die US-Kreditwürdigkeit und die europäische Schuldenkrise etwas in den Hintergrund. Der Future auf den
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) stieg eine halbe Stunde vor dem Börsenstart um 0,31 Prozent. Für den Future auf den Technologiewerte-Index
Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) ging es um 0,57 Prozent hoch.
Die Aktie der Citigroup stiegen schon vorbörslich um knapp drei Prozent. Die in der Finanzkrise vom Staat gerettete Großbank beweist zum wiederholten Male, dass sie wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Im zweiten Quartal übertraf das Institut trotz der Sorgen der Finanzmärkte um Staatspleiten in Europa und der drohenden Zahlungsunfähigkeit der USA die Analystenerwartungen. Nach mehreren Jahren mit keiner oder nur minimaler Dividende fühlt sich die Citigroup sogar wieder stark genug, um eine nennenswerte Ausschüttung an die Aktionäre zu zahlen. Bereits am Donnerstag hatte Branchenprimus JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) mit seinen Zahlen positiv überrascht.
Auch Google schwimmt dank eines guten Werbegeschäfts im Geld: Der Internetkonzern legte bei Umsatz und Gewinn deutlich zu, was den Aktien bereits vor dem Handelsstart einen Kurssprung von knapp 13 Prozent bescherte. Für Google scheint sich besonders der Vorstoß in die sogenannte Display-Werbung - das ist die grafische Werbung etwa mit klassischen Banner-Anzeigen auf der Webseite - sowie in die Werbung auf mobilen Geräten wie Smartphones gelohnt zu haben. Bislang hatte das Unternehmen vor allem an schlichten Textanzeigen im Umfeld seiner Suchmaschine verdient.
Die Anteilsscheine von Petrohawk Energy schossen dank seiner bevorstehenden Übernahme vorbörslich sogar um mehr als 60 Prozent hoch. Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton kauft das Öl- und Gas-Unternehmen für rund 12,1 Milliarden US-Dollar (8,5 Mrd Euro), teilten beide Seiten mit. Der ausgehandelte Preis von 38,75 Dollar je Petrohawk-Aktie liegt 61 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen 20 Tage.
Rasende Trickfilm-Autos sind der Renner bei Mattel. Der weltgrößten Spielwaren-Hersteller konnte dank guter Verkäufe der Flitzer aus dem Kinoerfolg "Cars 2" seinen Umsatz im zweiten Quartal um 14 Prozent und den Gewinn sogar um mehr als die Hälfte steigern. Vorbörslich gewannen die Aktien fünf Prozent an Wert. Beim Biotechnologie-Konzern Amgen ließ die europäische Zulassung für sein Krebsmittel Xgeva (Denosumab) die Aktien etwas steigen.
Dagegen ging es für die Aktien der News Corp um gut ein halbes Prozent nach unten. Für Medienmogul Rupert Murdoch wird es wegen des Abhörskandals auch in seiner Wahlheimat USA immer enger. Die Bundespolizei FBI geht laut Medienberichten dem Verdacht nach, dass Mitarbeiter von Murdochs Medienkonzern die Telefone von Opfern der Anschläge vom 11. September 2001 sowie von deren Familien angezapft haben könnten oder dies zumindest versucht haben./gl/ck