NEW YORK (dpa-AFX) - Gute Zahlen der Bank JPMorgan dürften dem US-Aktienmarkt am Donnerstag Auftaktgewinne bescheren. Zudem fielen Konjunkturdaten positiv aus: Während die Erzeugerpreise im Juni stärker als erwartet zurückgingen, legten die Umsätze der Einzelhändler überraschend zu. Der Future auf den
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) stieg gut eine Dreiviertelstunde vor dem Börsenstart um 0,24 Prozent. Davor hatte er zeitweise unter der Drohung der Ratingagentur Moody's gelitten, den USA wegen des Konflikts um die Anhebung der Schuldengrenze ihre Topbonität abzuerkennen. Für den Future auf den Technologiewerte-Index
Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) ging es um 0,53 Prozent hoch.
"Die Ratingagenturen erzählen uns nichts, was wir nicht schon wüssten", sagte Philip Marey, Ökonom bei der Rabobank im niederländischen Utrecht. Die Warnung von Moody's unterstreiche allerdings die Ernsthaftigkeit der Situation mit Blick auf den politischen Konflikt in Washington über eine höhere Schuldengrenze. Zudem warten die Anleger auf einen Auftritt von Notenbankchef Ben Bernanke vor dem Bankenkomittee des US-Senats. Bereits am Vortag hatte der oberste Währungshüter der USA weitere Käufe von Staatsanleihen zur Stützung der Konjunktur nicht ausgeschlossen.
Die Aktien von JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) stiegen schon vorbörslich um zweieinhalb Prozent, nachdem die zweitgrößte US-Bank für das zweite Quartal einen überraschend deutlichen Gewinnanstieg berichtet hatte. Zudem legten die Erträge entgegen den durchschnittlichen Marktschätzungen zu. Seit der Finanzkrise hat sich JPMorgan zu profitabelsten US-Bank gemausert. Dagegen ging es für die Titel von Hartford Financial (Hartford Financial Services Group) schon vor dem Handelsstart um knapp drei Prozent bergab. Der Versicherer, an dem die deutsche Allianz etwas mehr als fünf Prozent hält, hatte am Vorabend mitgeteilt, die Erwartungen im zweiten Quartal deutlich zu verfehlen.
Die Aktien der News Corp legten ungeachtet negativer Nachrichten um 0,75 Prozent zu. Der Druck auf den US-Medienkonzern in der Affäre um illegale Abhörmethoden britischer Journalisten nimmt zu: Die Medien-Regulierungsbehörde Ofcom will nun untersuchen, ob Unternehmenschef Rupert Murdoch und sein Management "tauglich" sind, die 39 Prozent an dem Fernsehkonzern British Sky Broadcasting (BSKYB) (BOeWE SYSTEC) zu halten, die bereits im Besitz der Amerikaner sind. Bereits am Vortag hatte der Medienmogul unter politische Druck sein Gebot für die Komplettübernahme zurückgezogen.
Bei der Systemgastronomie-Kette Yum Brands (YUM! Brands) sorgten gute Zahlen und ein höherer Ausblick für vorbörsliche Kursgewinne von fast drei Prozent. Der Betreiber von "Kentucky Fried Chicken" und "Pizza Hut" hat im zweiten Quartal den Gewinn um zehn Prozent gesteigert und seinen Jahresausblick angehoben. In die andere Richtung ging es indes für die Papiere von Marriott International , da der Gewinnausblick der Hotelkette für das dritte Quartal die Analysten enttäuschte: Sie gaben mehr als vier Prozent ab.
Bereits vor den Zahlen, die Google nach der Schlussglocke an der Wall Street vorlegen will, legten die Titel des Internetkonzerns etwas zu. Wenig bewegt zeigten sich die Titel von Amazon. Der Online-Händler will nach Informationen des "Wall Street Journal" noch vor Oktober einen eigenen Tablet-Computer auf den Markt bringen./gl/la