NEW YORK (dpa-AFX) - Die bislang sehr erfreulich gelaufene Woche am New Yorker Aktienmarkt dürfte nach positiv aufgenommenen Zahlen von
Morgan Stanley und
Bank of America am Donnerstag ihre Fortsetzung finden. Eine gute dreiviertel Stunde vor Börsenstart gewann der Future auf den
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) 0,39 Prozent. Der Future auf den Auswahlindex
Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) gewann 0,55 Prozent hinzu.
Bereits vor Börsenstart veröffentlichte Konjunkturdaten fielen unterschiedlich aus. Die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe sanken in der vergangenen Woche ungewöhnlich stark. Die Zahl der US-Baubeginne im Dezember fiel hingegen deutlich stärker als erwartet. Eine halbe Stunde nach Börsenstart wird der neueste Philly-Fed-Index veröffentlicht, der Aufschluss gibt über das Geschäftsklima in der Region Philadelphia. Volkswirte prognostizieren im Januar einen Anstieg zum Vormonat. Nach Börsenschluss kommt zudem ein wahrer Zahlenreigen aus dem Technologiesektor auf Investoren zu: Die Schwergewichte IBM , Intel, Microsoft und Google präsentieren ihre Quartalsberichte.
Ein milliardenschwerer Vergleich hat die US-Investmentbank Morgan Stanley in die roten Zahlen gedrückt. Das Wall-Street-Haus hatte einen langen Streit um Hypothekenpapiere mit dem Anleiheversicherer MBIA beigelegt und dabei Zugeständnisse gemacht. Das sorgte nun im vierten Quartal für einen kräftigen Verlust. Die Aktien sprangen dennoch vorbörslich um fast 6 Prozent hoch. Die Kosten des Vergleichs waren bereits bekannt, und die Anleger hatten sogar mit einem noch höheren Minus gerechnet. Im Tagesgeschäft konnte Morgan Stanley dagegenhalten. Die Bank kam mit den Turbulenzen auf den Kapitalmärkten besser zurecht als gedacht.
Die angeschlagene Bank of America beendete das Jahr versöhnlich. Der Problemfall unter den US-Großbanken erwirtschaftete nicht zuletzt dank milliardenschwerer Verkäufe etwa von Anteilen an der China Construction Bank im vierten Quartal einen Gewinn. Bankchef Brian Moynihan äußerte sich zuversichtlich: "Wir gehen stärker und effizienter ins Jahr 2012 hinein". Auch die Papiere der Bank of America verteuerten sich um rund 6 Prozent.
Ebay-Titel (eBay) standen bei Anlegern im vorbörslichen Handel hoch im Kurs. Die am Vorabend nach Börsenschluss präsentierten Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten. Das Online-Auktionshaus bekam einen dicken Scheck für den Verkauf seiner Tochter Skype. Knapp 2,3 Milliarden Dollar gingen auf dem Konto der Kalifornier ein und trieben den Gewinn im vergangenen Jahr kräftig nach oben. Die gewaltige Summe kam von Microsoft . Der Software-Primus hatte Skype zur Jahresmitte für insgesamt 8,5 Milliarden Dollar von einer Gruppe von Investoren übernommen, zu der auch Ebay gehörte.
Anteilsscheine von Eastman Kodak stürzten vorbörslich um rund 30 Prozent auf 39 US-Cent ab. Der Fotopionier flüchtet sich wegen der anhaltenden Probleme in die Insolvenz. Das Traditionsunternehmen stellte am Donnerstag im amerikanischen Rochester den Antrag auf Gläubigerschutz. Damit versucht Kodak das Ruder herumzureißen und die finanziellen Probleme zu lösen. Unterstützung erhält es von der Citigroup, die Kodak einen neuen Kredit von 950 Millionen Dollar zur Verfügung stellt, sofern das Insolvenzgericht dem zustimmt. Das Geschäft solle vorerst normal weiterlaufen. An der New Yorker Börse soll der Handel mit Kodak-Aktien nun erst einmal ausgesetzt werden./ajx/men