NEW YORK (dpa-AFX) - Vor dem mit Spannung erwarteten EU-Gipfel dürften die US-Börsen am Mittwoch freundlich in den Handel starten. Händler hoben gute Zahlen und einen angehobenen Ausblick von
Boeing sowie Konjunkturdaten aus den USA als Stütze hervor, während die Unsicherheit der Anleger vor der Entscheidung in der Eurozone die Märkte weltweit in Schach hielt. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones) stieg etwa eine halbe Stunde vor dem Auftakt um 0,83 Prozent. Der Future auf den Nasdaq-100 (NASDAQ 100) legte um 0,76 Prozent zu.
Auf dem zweiten EU-Gipfel binnen vier Tagen soll an diesem Mittwoch in Brüssel der Befreiungsschlag im Kampf gegen die Schuldenkrise gelingen. "Es besteht aber die Möglichkeit einer größeren Enttäuschung", sagte ein Marktteilnehmer. Wenn jedoch eine groß angelegte Lösung mit einem engen Zeitrahmen gefunden werde, könnten sich die Zweifel in einen Vorteil wenden, fügte der Börsianer hinzu. Leicht positiv wirkten sich derweil jüngste Wirtschaftsdaten aus. In den USA sind die Aufträge für langlebige Güter im September nicht so stark wie erwartet gefallen.
Kursgewinne waren vor der Entscheidung in der Eurozone im Bankensektor zu verzeichnen. Händler begründeten dies mit Kursgewinnen bei europäischen Finanzwerten. Die Titel der Bank of America kletterten vorbörslich um 1,86 Prozent, und auch die Aktien von Morgan Stanley und JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) verbuchten einen Aufschlag von etwas mehr als einem Prozent.
Erfreuliches gab es von Boeing zu vermelden. Die Titel das Flugzeugbauers profitierten mit einem vorbörslichen Plus von 3,74 Prozent von einem angehobenen Ausblick und einem weit über den Erwartungen liegenden Gewinn je Aktie im dritten Quartal. Unter dem Strich verdiente der Airbus-Konkurrent im dritten Quartal fast ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Die Konzernführung rechnet daher für 2011 nun mit mehr Gewinn als zuletzt. Allerdings lahmt die Produktion: Im laufenden Jahr sollen nun nur noch 480 Maschinen die Werkshallen verlassen. Zuletzt hatte Boeing noch 485 bis 495 fertige Flugzeuge angepeilt.
Der Ausblick von Amazon.com (Amazon) auf das Weihnachtsquartal dagegen schockierte die Aktionäre. Der weltgrößte Online-Händler pumpt seit einiger Zeit massiv Geld in den Ausbau seines Geschäfts, scheint in seinem Wachstumsdrang aber die Kosten aus den Augen zu verlieren. Ausgerechnet im so wichtigen Schlussquartal könnte schlimmstenfalls ein Verlust von operativ bis zu 200 Millionen US-Dollar entstehen, warnte der US-Konzern. Die Aktie begab sich daraufhin im vorbörslichen Geschäft mit mehr als elf Prozent auf Talfahrt.
Weitere Zahlen gab es vom Autobauer Ford (Ford Motor) . Der US-Autobauer leidet unter gestiegenen Materialpreisen. Obwohl der Konzern mehr Autos absetzen konnte, blieb deshalb am Ende des dritten Quartals weniger Gewinn übrig. Die Aktien reagierten mit einem Minus von rund einen Prozent darauf. Die Aktien von Sprint Nextel notierten trotz eines Kundenzuwachses im dritten Quartal ebenfalls im Minus. First Solar dagegen stiegen nach Zahlen und den kräftigen Verlusten vom Vortag vorbörslich um mehr als acht Prozent./tih/gl