NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen dürften am Freitag wegen anhaltender Konjunktursorgen ihren Erholungsversuch vom Vortag wieder abbrechen. Eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart gab der Future auf den
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) 0,17 Prozent ab. Am Vortag hatte der Leitindex nach einer sechstägigen Verlustserie wieder einmal fester geschlossen, einen guten Teil seiner Gewinne im späten Handel jedoch bereits abgegeben. Der Future auf den Technologiewerte-Index
Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) verlor vor dem Handelsstart 0,12 Prozent.
Neben der anhaltenden Skepsis über die Entwicklung der US-Wirtschaft führten Börsianer enttäuschende Handelsdaten aus China als Belastungsfaktor an. Auch der aufgeschobene Börsengang des staatlich kontrollierten Kreditinstituts Ally Financial und die hartnäckige Schuldenproblematik Griechenlands trübten die Stimmung.
Bei General Motors (GM) (Motors Liquidation) steht weiter die Zukunft von Opel im Fokus. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den US-Autokonzern General Motors aufgefordert, Klarheit über die Zukunft seiner deutschen Tochter zu schaffen. Gerüchte über einen möglichen Verkauf, die die Opel-Beschäftigten verunsicherten, sollten bald aus der Welt kommen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Merkel habe großes Verständnis für die Lage der Opel-Belegschaft, die sehr gute Arbeit leiste und bei der Sanierung vorankomme. Offiziell gibt es nach Angaben von Seibert keine Kontakte zu GM. Die Aktien des US-Autobauers gaben vorbörslich um knapp ein halbes Prozent nach.
Derweil kappte der Marlboro-Hersteller Altria (Altria Group) wegen einer höheren Steuerbelastung sein Gewinnziel für das laufende Jahr. Als Grund für die Sonderbelastung führte das Unternehmen die steuerliche Behandlung bestimmter, durch Fremdkapital finanzierter Leasinggeschäfte bei der Konzerntochter Philip Morris Capital Corporation an. An der geplanten Dividendenzahlung und dem geplanten Aktienrückkauf über einer Milliarde Dollar hält das Management jedoch fest.
Ansonsten dürften Fusionen und Übernahmen die Aufmerksamkeit der Anleger anziehen. So berichtet ein einflussreicher Technologieblog, der Internetkonzern Google habe den Onlinewerber AdMeld für 400 Millionen US-Dollar gekauft. Derweil bekam der Pharmakonzern Pfizer von der EU-Kommission grünes Licht, die Gesundheitssparte des dänischen Medizinunternehmens Ferrosan zu übernehmen. Besitzer ist das Investmentvehikel Altor 2003 Fund, das wiederum dem Finanizinvestor Altor Equity Partners gehört.
Für die Aktien von Live Nation Entertainment ging es bereits vorbörslich um knapp acht Prozent hoch, nachdem aus unterrichteten Kreisen verlautet war, der Medienkonzern und Großaktionär Liberty Media spreche mit dem Konzertveranstalter und Ticketvermarkter über ein Delisting von Live Nation./gl/ag