NEW YORK (dpa-AFX) - Nach den kräftigen Kursgewinnen vom Vortag wird am Freitag an den US-Börsen mit einem etwas leichteren Start in die letzte Wochenrunde gerechnet. Es dürfte nun eine etwas kritischere Nachlese der Ergebnisse des EU-Gipfels einsetzen, hieß es am Morgen seitens der HSH Nordbank. Schon im europäischen Handel war es am Freitag zu ersten Gewinnmitnahmen gekommen. Mit der Einigung beim Euro-Gipfel im Rücken buhlt Europa nun um Milliarden-Investitionen aus China. Die Regierung in Peking gibt sich aber vorsichtig abwartend. Vor dem Börsenstart veröffentlichte US-Konsumausgaben hatten indes die Erwartungen getroffen und waren dem Markt keine Orientierungshilfe.
Der Future auf den Dow Jones Industrial (Dow Jones) fiel etwas mehr als eine halbe Stunde vor dem Auftakt um 0,48 Prozent. Nach wie vor deutet es sich aber an, dass der US-Leitindex den Oktober mit dem größten Monatsgewinn seit Januar 1987 beenden kann. Der Future auf den Nasdaq-100 (NASDAQ 100) lag zeitgleich ebenfalls mit 0,48 Prozent im Minus. Nach dem Auftakt dürften dann an der Wall Street noch weitere Konjunkturdaten ins Blickfeld der Anleger rücken. Aus den USA werden die Daten für das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan erwartet.
Auch am Freitag beschäftigten derweil wieder Unternehmensberichte die Anleger. Aus dem Dow Jones gab es Zahlen vom Ölkonzern Chevron , dessen Papiere vorbörslich knapp im Minus lagen. Laut ersten Händlereinschätzungen ist der Gewinn je Aktie über den Erwartungen ausgefallen. Einschränkend hieß es jedoch, dass die Ergebnisse womöglich nicht vollständig mit den Prognosen der Analysten vergleichbar seien.
Die Aktien von Merck & Co (Merck) profitierten vorbörslich mit einem Plus von rund drei Prozent von der Zahlenvorlage. Der Pharmakonzern hat im dritten Quartal dank Kosteneinsparungen und der Nachfrage nach Kernprodukten den Gewinn fast verfünffacht und damit die Erwartungen übertroffen. Firmenchef Kenneth Frazier präzisierte daraufhin die Prognose für das Ergebnis pro Aktie. Vor Sonderposten hob er das untere Ende seiner bisherigen Zielspanne an.
Der Intel-Rivale (Intel) Advanced Micro Devices (AMD) hat mehr Kunden von seinen Prozessoren überzeugen können, was die Alktien vorbörslich um knapp zehn Prozent hochschießen ließ. Zahlen gab es zudem vom Hausgerätehersteller Whirlpool. Allerdings sorgte dieser vor allem mit der Ankündigung für Aufsehen, wegen einer sinkenden Nachfrage mehr als 5.000 Stellen streichen zu wollen. "Wir haben während des Quartals branchenweit eine geringere Nachfrage als erwartet verspürt, zudem sind die Materialpreise gestiegen", begründete Whirlpool-Chef Jeff Fettig die harten Einschnitte. Die Titel begaben sich vorbörslich mit fast zwölf Prozent auf Talfahrt.
Schon am Vorabend hatte indes Hewlett-Packard (HP) angekündigt, sein PC-Geschäft nun doch behalten zu wollen. Nur zwei Monate nach der Ankündigung eines Ausstiegs aus dem PC-Geschäft gaben die Amerikaner damit den Plan einer Abspaltung oder eines Verkaufs auf. Das wäre zu teuer geworden, erklärte die neue Chefin Meg Whitman. Vorbörslich zeigten sich die HP-Aktien moderat im Plus./tih/gl