NEW YORK (dpa-AFX) - Die Sorgen über die italienischen Staatsschulden dürften am Montag auch den Börsenstart in New York überschatten. Der Future auf den
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) büßte gut eine halbe Stunde vor Handelsbeginn 0,92 Prozent ein und folgte damit der weltweit schwachen Kursentwicklung. Am Freitag hatte der US-Leitindex nach enttäuschenden Arbeitsmarktdaten knapp ein halbes Prozent schwächer geschlossen und sich damit im Vergleich zu den europäischen Aktienmärkten noch vergleichsweise robust gezeigt. Der Future auf den Technologiewerte-Index
Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) verlor am Montag vorbörslich 1,19 Prozent.
"Es sieht so aus, als gingen die Anleger die Länder und Themen eins nach dem anderen durch", sagte Aktienstratege Michael Jorgensen von Nykredit Markets. Nach Griechenland, Portugal und Spanien sei nun Italien an der Reihe, nachdem dessen Probleme eine ganze Weile lang in Vergessenheit geraten seien. "Die Welt" schreibt mit Verweis auf hochrangige Kreise der Europäischen Zentralbank (EZB), der Euro-Rettungsschirm müsse deutlich aufgestockt, möglicherweise sogar auf 1,5 Billionen Euro verdoppelt werden. Ansonsten drohe die aktuelle Krise an den EU-Anleihemärkten außer Kontrolle zu geraten.
Die Finanzminister der 17 Euro-Staaten beraten an diesem Montag in Brüssel darüber, wie eine Ausweitung der Schuldenkrise vermieden werden kann. Dazu ist die Inflation in China im Juni auf den höchsten Stand seit drei Jahren geklettert. Ansonsten wartet der Markt auf die US-Berichtssaison, die am Abend nach der Schlussglocke an der Wall Street vom Aluminiumkonzern Alcoa eingeläutet wird.
Wie in Europa dürften die Nachrichten aus Italien auch in den USA vor allem die Bankenwerte belasten. Bank of America erlitten schon vorbörslich Abschläge von 1,12 Prozent, während Morgan Stanley 1,48 Prozent einbüßten. JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) und Citigroup , die im Wochenverlauf noch Zahlen vorlegen, verbilligten sich ebenfalls um mehr als ein Prozent.
Die Aktien von General Motors (GM) (Motors Liquidation) gaben nach vorsichtigen Aussagen eines Konkurrenten vor dem Handelsstart um 1,84 Prozent nach. Der französische Autobauer Renault hatte mitgeteilt, er rechne im für das laufende Jahr mit einem rückläufigen Branchenabsatz in Europa.
Indes stemmten sich die Anteilsscheine von Arch Chemicals mit einem vorbörslichen Plus von mehr als elf Prozent gegen den Trend. Der Lifescience-Konzern Lonza (Lonza Group) will den US-Konzern für insgesamt rund 1,4 Milliarden US-Dollar (1,25 Milliarden Franken) übernehmen. Der Verwaltungsrat von Arch Chemicals empfehle seinen Aktionären einstimmig das Barangebot, teilte das Unternehmen mit. Beide Unternehmen hätten ein Abkommen unterzeichneten, um ein Übernahmeangebot für alle ausstehenden Arch-Chemicals-Aktien zu einem Preis von 47,20 US-Dollar pro Stammaktie einzuleiten./gl/la