NEW YORK (dpa-AFX) - Wegen der weiter schwelenden Schuldenkrise in Europa dürften die US-Börsen am Mittwoch erneut schwach starten. "Die Unsicherheit ist weiterhin sehr hoch", sagte ein Marktteilnehmer und ergänzte mit Blick auf die heimische Wirtschaft: "Und auch wenn sich die Konjunkturdaten aus den USA im zweiten Halbjahr mehr und mehr aufgehellt haben, bleiben die Wachstumserwartungen weiterhin gedämpft." Der Future auf den
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) verlor etwas mehr als eine halbe Stunde vor dem Auftakt 0,64 Prozent. Der Future auf den
Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) fiel um 0,46 Prozent.
Im Fokus standen am Mittwoch wieder die Anleihemärkte, wo sich die Lage nach der jüngsten Zuspitzung aber zumindest ein wenig entspannt hat. Bei den zuletzt stark in Fokus stehenden italienischen Anleihen fielen die Renditen wieder unter die Marke von 7 Prozent. Am Markt wurde dies nach dem turbulenten Vortag mit einer Gegenbewegung, aber auch mit Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) begründet. Bezüglich der Übergangsregierung in Italien sind derweil letzte Hindernisse ausgeräumt: Die neue Regierung unter Führung des früheren EU-Kommissars Mario Monti soll am Nachmittag vereidigt werden.
Frische Wirtschaftsdaten aus den USA blieben derweil zunächst ohne größere Auswirkungen: Die Verbraucherpreise waren im Oktober überraschend etwas gefallen. Kurz vor Handelsstart dürften Anleger aber noch sehr genau auf Daten zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung achten.
Kursbewegend wirkten sich vorbörslich noch einige Nachzügler der Berichtssaison aus. Der Computer-Hersteller Dell bekam im dritten Quartal die Zurückhaltung seiner Kunden zu spüren und enttäuschte beim Umsatz. Die am Vorabend nach Börsenschluss vorgelegten Zahlen drückten die Titel im vorbörslichen Handel mit rund 2 Prozent ins Minus.
Um mehr als 9 Prozent abwärts ging es nach Zahlen für die Aktien von Abercrombie & Fitch (AbercrombieFitch). Auch der Bekleidungshändler stieß am Markt mit seinem dritten Quartal nicht auf Wohlwollen: Laut Händlern blieb der Konzern wegen höherer Kosten mit seinem Gewinnanstieg hinter den Erwartungen zurück.
Die Aktien von Research In Motion dagegen zogen vorbörslich um rund 1,5 Prozent an. Nach Händlerangaben hat die Investmentbank Goldman Sachs die Titel des Smartphone-Herstellers und Apple-Konkurrenten von "Sell" auf "Neutral" hochgestuft./tih/ck