NEW YORK (dpa-AFX) - Die Zuspitzung der Schuldenkrise in der Eurozone und die entsprechend schwache Börsenreaktion dürften auch an der Wall Street den Wochenauftakt belasten. Rund 75 Minuten vor Handelsbeginn verlor der Future auf den
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) 2,28 Prozent. Der Future auf den Technologiewerte-Auswahlindex
Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) sackte um 2,18 Prozent ab.
Über das Wochenende hatten sich die Sorgen vor einem Zahlungsausfall Griechenlands verstärkt. Immerhin fällt der Einbruch der griechischen Wirtschaft neuen Prognosen zufolge in diesem Jahr noch stärker aus als erwartet. "Es mehren sich Gerüchte, dass die deutsche Bundesregierung ein Ende der Griechenland-Hilfe anstrebt", sagte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Chefanalyst Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank sprach von einem "Endspiel" für die Eurozone. Der Rücktritt des EZB-Chefvolkswirts Jürgen Stark am Freitag, der bis zur Regelung der Nachfolge noch im Amt bleibt, hatte die Skepsis über das Krisenmangement von Notenbanken und Politik auf einen neuen Rekordstand getrieben. Die Sorge vor einer Ausweitung verdeutlichen deutlich steigende Risikoaufschläge für Anleihen aus Italien und Spanien. Italien musste sich zu deutlich gestiegenen Zinsen refinanzieren.
Die Schwäche der europäischen Finanztitel könnte sich auch auf ihre Branchenkollegen aus den USA übertragen, zumal sich die Citigroup Börsianern zufolge negativ zu US-Banken geäußert hat. Die Experten der Großbank hätten ihre Erwartungen an die Gewinne der Banken im dritten Quartal um durchschnittlichen 45 Prozent zurückgeschraubt, hieß es.
Auch das Anlegermagazin "Barron's" könnte Kurse bewegen. So wird Anlegern geraten, die Papiere von Bristol-Myers Squibb , Merck & Co. (Merck) sowie Amgen mit Blick auf eine mögliche Bodenbildung bei Pharmatiteln im Auge zu behalten. Unter Fluggesellschaften halten sie unter anderen Continental Airlines und Delta Air Lines für attraktiv.
Die Analysten von Goldman Sachs könnten darüber hinaus Oracle-Aktien (Oracle) stützen. Sie hoben die Softwaretitel nach ihren jüngsten Kursverlusten auf ihre "Conviction Buy"-Empfehlungsliste. Mit einem Kursziel von 33 US-Dollar signalisieren die Experten ein Potenzial von fast 27 Prozent./ag /gl