NEW YORK (dpa-AFX) - Die Hoffnung auf einen Durchbruch in Griechenland und gute Konjunkturdaten dürften den US-Börsen am Mittwoch nach einem Rekord-Januar weitere Gewinne bescheren. Bereits vorbörslich veröffentlichte schwache Arbeitsmarktdaten und die endgültig gescheiterte Fusion der NYSE Euronext mit dem Konkurrenten Deutsche
Börse taten der guten Stimmung keinen Abbruch. Die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) merkten indes an, der ADP-Beschäftigungsreport sei zwar hinter den Markterwartungen zurückgeblieben, zeige aber dennoch ein klares Stellenplus für den offiziellen
US-Arbeitsmarktbericht an.
Für den Future auf den Dow Jones Industrial (Dow Jones) ging es gut eine halbe Stunde vor dem Startschuss im weltweit freundlichen Aktienumfeld um 0,65 Prozent nach oben. Der Future auf den Nasdaq 100 (NASDAQ 100) gewann 0,45 Prozent. Am Vortag hatten die US-Börsen zwar uneinheitlich geschlossen. Laut Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg fiel der Januar für den breiten S&P-500-Index (S&P 500) aber so stark aus wie seit 1997 nicht mehr.
"Es gibt erneut Gerüchte, dass sich Griechenland mit seinen privaten Schuldnern auf einen Schuldenschnitt geeinigt hat", sagte ein Börsianer. Auch der Euro entwickelte sich positiv. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg von mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfahren hat, soll den Banken eine Abschreibung von möglicherweise mehr als 70 Prozent mit einer Nachbesserung bei einer Konjunkturerholung in dem hoch verschuldeten Land schmackhaft gemacht werden.
Marktexperten verwiesen zudem darauf, dass der gestiegene Einkaufsmanagerindex für China im Dezember die Erwartungen deutlich übertroffen habe. Dies schüre Hoffnungen, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt könnte sich den Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise entziehen. Nach dem Börsenstart könnten noch weitere US-Daten dem Markt Impulse geben - Experten hoffen insbesondere auf gute Nachrichten vom ISM-Einkaufsmanagerindex. Zudem stehen Daten zum Immobilienmarkt auf der Agenda.
Die Titel der NYSE Euronext (NYSE Group)stiegen bereits vor dem Handelsstart um mehr als ein Prozent, nachdem die Fusion mit der Deutschen Börse wie erwartet endgültig am Widerstand der EU-Kommission gescheitert war. Um die Aktionäre bei Laune zu halten versprach der transatlantische Börsenbetreiber nun, ein auf Eis gelegtes 550 Millionen Dollar (419 Mio Euro) schweres Aktienrückkauf wieder aufnehmen zu wollen. In den vergangenen zwölf Monaten hatte die Aktie rund ein Drittel an Wert verloren.
Für die Papiere des Konkurrenten Nasdaq OMX ging es am Mittwoch nach Zahlen um knapp ein Prozent bergauf. Die Finanzmarkt-Turbulenzen haben dem auf Technologieaktien spezialisierten Börsenbetreiber im vergangenen Jahr ein deutliches Umsatz- und Gewinnplus gebracht. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn fiel besser als erwartet aus.
Dagegen brachen die Anteilsscheine von Amazon bereits im vorbörslichen Handel um gut zehn Prozent ein. Der weltgrößte Onlinehändler hat ein durchwachsenes Weihnachtsgeschäft hinter sich: Zwar sprang der Umsatz um mehr als ein Drittel hoch. Angesichts hoher Investitionen in neue Produkte und dem Ausbau der Lieferzentren brach der Gewinn jedoch um über die Hälfte ein. Analysten zeigten sich davon ebenso enttäuscht wie vom Ausblick./gl/men