NEW YORK (dpa-AFX) - Die wichtigsten US-Indizes haben am Donnerstag nach einem richtungslosen Verlauf allesamt Gewinne verbucht. Wie in Europa profitierten auch sie davon, dass sich Griechenland nach zähen und langen Verhandlungen auf ein neues Sparprogramm geeinigt hat. Wenig Beachtung fanden dagegen die heimischen Konjunkturdaten. Der
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) kletterte um 0,20 Prozent auf 12.909,46 Punkte und baute damit sein Hoch seit Mai 2008 weiter aus. Der
S&P 500 legte um 0,27 Prozent auf 1.353,64 Punkte zu. An der Technologiebörse
Nasdaq rückte der Composite-Index (
NASDAQ Composite) um 0,41 Prozent auf 2.927,76 Punkte vor. Der Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) gewann 0,70 Prozent auf 2.563,43 Punkte und baute sein Elfjahreshoch weiter aus.
Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos hatte die zuvor schon in Medienberichten verbreitete Einigung der Parteispitzen auf das neue Sparprogramm am Nachmittag bestätigt. Das geplante Programm sieht niedrigere Mindestlöhne, eingefrorene Gehälter und weniger Staatsdiener vor. Bis 2015 will Griechenland insgesamt 14 Milliarden Euro sparen, allein dieses Jahr sollen es 3,1 Milliarden sein. Die US-Konjunkturdaten waren indes gemischt ausgefallen: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche waren entgegen den Markterwartungen erneut gesunken. Die Lagerbestände der Unternehmen im Dezember waren dagegen stärker als erwartet gestiegen.
Im Dow waren die Aktien von Cisco Systems Schlusslicht mit minus 1,57 Prozent auf 20,11 US-Dollar und litten damit Börsianern zufolge vor allem unter Gewinnmitnahmen. Der weltgrößte Netzwerk-Ausrüster hatte wieder eine kräftige Nachfrage nach seiner Technik verzeichnet und im zweiten Geschäftsquartal zwischen November und Januar seinen Umsatz um 11 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar gesteigert. Der Gewinn war sogar dank eingedämmter Kosten um 44 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar gestiegen.
Unter den kleineren Einzelwerten stachen insbesondere Groupon ins Auge, die um 15,70 Prozent einbrachen. Die mit viel Vorschusslorbeeren an die Börse gegangene Rabatt-Website schreibt weiterhin tiefrote Zahlen. Im Gesamtjahr war angesichts hoher Kosten ein Verlust in dreistelliger Millionenhöhe angefallen.
Die Visa-Papiere (Vivendi Universal) dagegen legten nach Zahlenvorlage um 4,10 Prozent auf 112,79 Dollar zu. Die Geschäfte bei den Kreditkarten-Anbietern laufen glänzend. Nach Mastercard (MasterCard) und American Express hatte auch der Marktführer von der gestiegenen Kauflust seiner Kunden profitiert und im ersten Geschäftsquartal, das bis Ende Dezember lief, 16 Prozent mehr verdient als im Vorjahreszeitraum.
Oracle (Oracle) hat den Aktionären für die auf Personalmanagement-Software spezialisierte Taleo Corporation ein Übernahmeangebot von rund 1,9 Milliarden Dollar gemacht. Während die Taleo-Aktien um etwas mehr als 17 Prozent nach oben sprangen, legten die Oracle-Papiere um 0,31 Prozent zu.
Die News Corp-Titel büßten rund zwei Prozent ein. Der Abhörskandal bei der britischen Zeitung "News of the World" kostet Medienmogul Rupert Murdoch weiterhin richtig Geld. Alleine im zweiten Geschäftsquartal hatte das Unternehmen eine Belastung von 87 Millionen Dollar verdauen müssen./ck/he