NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben am Donnerstag im Handelsverlauf ihre anfänglichen Verluste eingedämmt. Deutliche Gewinne bei Pharma- und Konsumgüterwerten sorgten im Dow für ein Abschmelzen des Minus auf zuletzt 0,07 Prozent auf 12. 597, 45 Punkte. Zuvor hatten einige schlechtere Branchennachrichten für miese Laune gesorgt. Auch der marktbreite S&P 500-Index (
S&P 500) erholte sich auf zuletzt minus 0,40 Prozent auf 1.336,12 Zähler. An der Technologiebörse
Nasdaq verlor der Composite Index (
NASDAQ Composite) noch 0,80 Prozent auf 2.864,78 Punkte und für den Auswahlindex Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) ging es um 0,93 Prozent auf 2.547,09 Punkte nach unten.
Nachdem die Anleger ihre Enttäuschung über das Ausbleiben weiterer stimulierender Maßnahmen durch die US-Notenbank inzwischen einigermaßen verdaut haben, fehlen allerdings weiter die notwendigen positiven Impulse. Immerhin fielen aber die jüngsten Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt positiv aus: In der vergangenen Woche waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stärker als erwartet gesunken. Der weltweite Abschwung bleibe im Fokus der Anleger, sagte ein Marktstratege in New York. Hinzu käme die Sorge, dass die gerade angelaufene US-Berichtssaison wahrscheinlich eher mau ausfallen dürfte.
Im Dow gerieten vor allem die Technologietitel unter die Räder. So waren die Aktien von Intel, Cisco Systems, Microsoft und Hewlett-Packard (Hewlett-Packard (HP)) mit Kursabschlägen von um die zwei Prozent die Schlusslichter. Schlechte Nachrichten aus Indien zogen die Werte in Mitleidenschaft. Das in Mumbai und an der Nasdaq notierte Softwarunternehmen Infosys hatte eine Umsatzwarnung präsentiert. In Ney York brach der Kurs zuletzt um mehr als elf Prozent ein, nachdem die Aktie an der Börse in Mumbai zuvor bereits um über acht Prozent gefallen war.
Demgegenüber standen deutliche Gewinne beim US- Pharmakonzern Merck & Co. (Merck), der sich mit einem Aufschlag von 4,46 Prozent auf 43,05 US-Dollar an die Dow-Spitze setzte. Der Pharmatitel profitierte von guten Nachrichten zu einer klinischen Medikamentenstudie für Frauen mit Osteoporose. Ein Beratungskommitee hatte sich für die Beendigung der Phase 3 der Studie ausgesprochen, da der getesteten Therapie eine "robuste Effizienz und ein sehr gutes Risiko-Nutzen-Profil" nachgewiesen worden sei. Die Citigroup stufte die Papiere von "Neutral" auf "Buy" hoch.
Auch Procter & Gamble (ProcterGamble) notierten mit einem Plus von 3,74 Prozent auf 63,72 Dollar überdurchschnittlich fest. Zuvor hatte der US-Hedge-Fonds Pershing Square Capital Management grünes Licht von der US-Handelsaufsicht FTC für den Einstieg beim Konsumgüterkonzern bekommen.
Boeing (
Boeing)
schwankten zwischen Gewinnen und Verlusten und lagen zuletzt mit 0,60 Prozent im Plus. Nachdem der Konzern in den vergangenen Tagen auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough schon eine Reihe lukrativer Aufträge hatte präsentieren können, setzte der Airbus-Rivale noch eins drauf und vermeldete, dass die weltgrößte Fluggesellschaft United Continental 150 Mittelstreckenflieger vom Typ 737 bestellt habe.
Angesichts der Konjunktursorgen zeigten sich wie bereits zuvor in Europa die Bankentitel wie Bank of America und Goldman Sachs mit Abschlägen bis knapp 1,70 Prozent schwach.
Noch deutlicher nach unten ging es für Papiere der Hotel-Kette Marriott (Marriott International) . Sie rutschten um 5,50 Prozent auf 35,94 Dollar, nachdem der Konzern am Vorabend nach Börsenschluss seinen Umsatzausblick gesenkt hatte./tav/he